Ordination

»Tag der Freude«

Wurden feierlich ins Amt eingeführt: die Rabbiner Nosson Kaplan, Benjamin Kochan und Jochanan Guggenheim (vorne v.l.) Foto: Rafael Herlich

»Das ist ein Tag der Freude, ein historischer Tag mit großer symbolischer Strahlkraft.« Es war Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) deutlich anzumerken, dass er an diesem Montagmorgen in der Frankfurter Westend-Synagoge keinen typischen Pflichtbesuch aus dem eng beschriebenen Terminkalender eines Landesvaters absolvierte.

Vielmehr schien sich der Ministerpräsident der Bedeutung des Ereignisses durchaus bewusst. Denn erstmals fand in Frankfurt eine Ordinationsfeier für drei junge orthodoxe Rabbiner statt, die zuvor mehrere Jahre am Rabbinerseminar zu Berlin studiert hatten. Dass hierzulande wieder Rabbiner ausgebildet und in ihr Amt eingeführt würden, stimme ihn hoffnungsfroh für die Zukunft, betonte der CDU-Politiker.

Stärke
Zu dem Festakt am Montagmorgen waren neben dem hessischen Ministerpräsidenten Zentralratspräsident Josef Schuster, führende Rabbiner Europas und zahlreiche hochrangige Vertreter der jüdischen Gemeinschaft aus Deutschland und den USA erschienen. Der Gemeindevorsitzende Salomon Korn begrüßte die Gäste.

Josef Schuster hob hervor, die Ordination zeige »wie kein anderes Ereignis die Stärke unserer Gemeinschaft«. Daher werde ich »auch noch bei der 10. Ordination tiefe Freude und Dankbarkeit empfinden.« Bei der Frankfurter Feier wurden bereits zum fünften Male in Deutschland ausgebildete orthodoxe Rabbiner in ihr Amt eingeführt.

Lesen Sie mehr in der nächsten Printausgabe der Jüdischen Allgemeinen.

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

Berlin

Jüdisch, Queer, Selbstbewusst

Der »Pride-Shabbat« des Vereins Keshet Deutschland zeigt auch in diesem Jahr wieder, dass jüdisches und queeres Leben zusammengehören

von Leon Stork  20.07.2026

Pforzheim

Die vergessene jüdische Geschichte der Goldstadt

Vom Schwarzwald aus verkauften Juden einst Schmuck in die ganze Welt. Erst langsam wird diese Geschichte aufgearbeitet. Sie ist nicht immer glänzend – und auch noch nicht vorbei

von Mascha Malburg  20.07.2026

Porträt der Woche

»Ich wollte zum Ursprung«

Richard Ernst konvertierte zum Judentum, wurde Gärtner und Hobbymaler

von Anja Bochtler  18.07.2026

Würdigung

Im Einsatz für die Demokratie

Minister Georg Eisenreich zeichnete Engagierte in Justiz und Polizei mit dem Fritz-Neuland-Gedächtnispreis aus

von Luis Gruhler  18.07.2026

München

Bücher für alle

Der Literaturwissenschaftler Nathan Cohen sprach im Rahmen der Scholem-Alejchem-Reihe über populäre jiddische Literatur in Osteuropa

von Nora Niemann  18.07.2026

Stadtführung

Tatort Scheunenviertel

Kleinkriminelle, Arbeiter und Ostjuden – der Historiker Dmitry Kudinov zeigt die bewegte Geschichte eines hippen Teils von Berlin, der vor rund 100 Jahren alles andere als gentrifiziert war

von Alicia Rust  17.07.2026

Recklinghausen

Wie der Fußball Eddy rettete

Die Jüdische Gemeinde und Schulen der Region trugen den Emanuel-Schaffer-Cup aus – in Erinnerung an den legendären israelischen Trainer

von Martin Krauß  16.07.2026

Maccabiah

Momente, Medaillen, Menschen

Nach zwei Wochen ist das größte internationale Sportevent in Jerusalem erfolgreich zu Ende gegangen

von Katrin Richter  15.07.2026