Covid-19

Sich selbst und andere schützen

Im Corona-Impfzentrum oder beim Hausarzt: Hauptsache, die Menschen lassen sich immunisieren. Foto: picture alliance/dpa

Liebe Gemeindemitglieder,

Es gibt ein Wort, das wir alle eigentlich nicht mehr hören können: »Corona«. Manchmal hätten wir Lust, die Nachrichten im Fernsehen oder im Radio auszuschalten, weil es dauernd um dieses eine Thema geht.

Unser Alltag wird davon beherrscht: Manche von uns haben seit Monaten kaum ihre Wohnung verlassen können, die Enkel können auch nicht mehr zu Besuch kommen. Andere wissen nicht mehr, wie sie ihre Kinder länger zu Hause betreuen sollen. Viele bangen um ihre Existenz, weil ihr Geschäft oder ihr Restaurant schon so lange geschlossen ist, oder weil sie keine Aufträge mehr bekommen. Einige unter uns haben durch Corona geliebte Menschen verloren.

Verzicht Wir verzichten auch in großen Teilen auf gemeinsame G’ttesdienste und unser Gemeindeleben. Das fällt sehr schwer. Denn für viele Mitglieder ist die Gemeinde ein zweites Zuhause.

Die Rettung des Lebens ist im Judentum das oberste Gebot.

Doch jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels: die Impfungen. Derzeit wird zwar der schleppende Start des Impfens in Deutschland stark kritisiert, doch es bleibt festzuhalten: Normalerweise dauert es mehrere Jahre, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Dass jetzt in mehreren Ländern in so kurzer Zeit Impfstoffe hergestellt wurden, ist großartig. Dafür sollten wir sehr dankbar sein!

Die Impfstoffe schützen vor schweren Krankheitsverläufen. Gerade für ältere Menschen ab 70 Jahren ist dies äußerst wichtig: Durch die Impfung kann ein Krankenhausaufenthalt oder gar eine intensivmedizinische Behandlung vermieden werden.

Vorbild Pikuach Nefesch – die Rettung des Lebens: Das ist im Judentum das oberste Gebot. Ihm ordnen wir alles unter. In der Praxis heißt das jetzt: Wir lassen uns impfen! Jeder, der die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Gemeindemitglieder, die Unterstützung brauchen, um den Impftermin zu organisieren, können sich an die Sozialabteilung ihrer Gemeinde wenden. Wir lassen niemanden alleine!

Die Aussetzung der Impfung mit dem Präparat von AstraZeneca hat in der letzten Zeit bei vielen für Verunsicherung gesorgt. Wir haben großes Vertrauen in die Fachleute beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut und dem Robert-Koch-Institut. An der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit und den Vorzügen der Corona-Impfung ändert sich dennoch nichts. Jeder sollte sich impfen lassen!

Schutz Denn mit der Impfung schützen wir uns selbst und unsere Umgebung. Wenn viele Menschen geimpft sind, können wir Schritt für Schritt zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren. Unsere Kinder können wieder uneingeschränkt Kita und Schule besuchen; die Geschäfte, Restaurants, Kinos und Theater öffnen wieder. Wir dürfen wieder reisen und Sport treiben. Ein Blick nach Israel genügt derzeit, um zu sehen, wie das Leben nach dem Impfen wieder startet.

Bleiben Sie gesund! Mit allen guten Wünschen
Ihr
Dr. Josef Schuster und Abraham Lehrer

Josef Schuster ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Abraham Lehrer ist Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWST).

Programm

BALAGAN, KUKURÍKU und Jazzy Diaspora: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Oktober bis zum 28. Oktober

 21.10.2026

Engagement

Einsatz für jüdisches Leben und Verständigung: Grigory Rabinovich mit Verdienstorden der Bundesrepublik geehrt

 21.10.2026

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 21.10.2026 Aktualisiert

Speyer

Nach Drohbrief: Kirchen solidarisch mit Jüdischer Gemeinde

Die beiden großen christlichen Kirchen haben Drohungen gegen die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer verurteilt. Die Bedrohung jüdischen Lebens sei nicht hinnehmbar

 20.10.2026

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026

Lörrach

Tora als Zeichen der Hoffnung

Die Kultusgemeinde lässt eine historische gerettete Rolle restaurieren. Demnächst wird sie im Landtag vollendet

von Christine Schmitt  19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

Holocaust-Mahnmal

Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald in Berlin aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick

 18.10.2026