WIZO

Party und Patenschaften

Wenn jemand weiß, wie man den perfekten Abend gestaltet, dann sind es wohl die WIZO-Frauen in Frankfurt. Wieder einmal luden sie am 13. September zur WIZO-Patenschaftsgala ein. Auch dieses Jahr kamen mehr als 220 Gäste, darunter Zentralratspräsident Josef Schuster, Israels Botschafter Ron Prosor sowie Benjamin Graumann, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Und Uwe Becker, Antisemitismusbeauftragter in Hessen, zeigte seine Verbundenheit zur WIZO nicht nur mit seiner Anwesenheit, sondern auch mit einer Krawatte in den Farben Israels.

Ein besonderer Ehrengast war Ora Korazim, die Vorsitzende der WIZO in Israel, die sich in ihrem Grußwort auf Staatsgründer David Ben Gurion bezog. »In Israel kann man nur ein Realist sein, wenn man an Wunder glaubt«, sagte sie und ergänzte: »Wunder geschehen aber nicht von selbst.« Deshalb sei es wichtig, weiterhin die Projekte der WIZO in Israel zu unterstützen. Was man bis dato in 105 Jahren so alles auf die Beine gestellt hatte, davon zeugte ein bewegender Kurzfilm.

»In Israel kann man nur ein Realist sein, wenn man an Wunder glaubt«

Durch den Abend führte Bärbel Schäfer, die das Publikum stets zu Spenden und zur Übernahme von Patenschaften für Kinder in Israel animierte. »Die WIZO arbeitet in Liebe für Menschen«, betonte die Moderatorin. »Sie ist das lebendige Gegenteil von Hass. Sie ist Liebe und Engagement.«

WIZO-Deutschland-Präsidentin Nicole Faktor freute sich sichtlich, dass auch dieses Jahr so viele Gäste in Frankfurt erschienen waren. »Trotz aller Herausforderungen spüre ich Verbundenheit und Mut.« Zudem erinnerte sie an die Geiseln, die sich immer noch in der Gewalt der Hamas befinden. »Bereits zum dritten Mal stehe ich hier auf der Bühne, um auf das Schicksal der Menschen, die nun seit 708 Tagen festgehalten werden, aufmerksam zu machen.« Deshalb trage man die gelbe Schleife und mit ihr die Last der Ungewissheit. Und trotzdem, so Faktor weiter, »wären wir nicht die WIZO, wenn wir nicht immer und immer weitermachen würden«.

Botschafter Ron Prosor zeigte sich begeistert von so viel Engagement. »Die Stärke einer Gesellschaft misst man an der Stärke ihrer Frauen.« Den Mut und die Innovationskraft jüdischer und israelischer Frauen spielen für ihn eine zentrale Rolle. Auch Zentralratspräsident Josef Schuster betonte die Bedeutung von WIZO-Projekten. Es sei wichtig, vor allem »Kindern einen sicheren Rahmen fürs Lernen, für Freude und zum Kindsein« zu gewährleisten. Mit einer Patenschaft sende man eine klare Botschaft: »Du bist nicht allein, wir glauben an dich!«

Für Benjamin Graumann war die WIZO immer schon wie eine große Schwester, die stets recht behalte. Bereits seine Mutter hatte sich in der Organisation engagiert, bevor sie zwischen 2015 und 2019 Präsidentin wurde. »Wir dürfen und wir werden nie wieder wehrlose Opfer sein«, sagte er im Hinblick auf den grassierenden Antisemitismus. Auch habe er eine Idee: Im Bundestag pöbelnde Abgeordnete sollen ihr Ordnungsgeld spenden – vielleicht auch an die WIZO, sagte Graumann mit einem Augenzwinkern Richtung Omid Nouripour, Vizepräsident des Deutschen Bundestags und ebenfalls ein prominenter WIZO-Gast.

Über 600 Patenschaften wurden übernommen

Dieser berichtete von den antisemitischen Lügen, die ihm in seiner Kindheit im Iran beigebracht wurden, und wie er in der Schule in Deutschland dann gelernt habe, dass das alles falsch war. Die Anfeindungen, die Jüdinnen und Juden zurzeit erleben müssen, seien beschämend, auch der Umgang mit Israel. Ihm sei es wichtig, dass man Kritik üben und sich streiten kann, aber dabei stets menschlich bleibe. »Deshalb haben wir keine Alternative, als an der Seite der Geiseln und ihrer Familien zu stehen.« Graumanns Vorschlag, Ordnungsgelder im Bundestag in Spenden zu verwandeln, greife er gerne auf.

Musikalisch führten Lior Peretz und die Klas Band durch den Abend. Beide stellten sicher, dass die Tanzfläche auf keinen Fall leer blieb. Die Sängerin beeindruckte durch eine atemberaubende Version des israelischen ESC-Songs »New Day Will Rise« von Yuval Raphael.

Stets erinnerte die Moderatorin Bärbel Schäfer die Gäste daran, trotz des Feierns das Spenden und die Übernahme von Patenschaften nicht zu vergessen – und tatsächlich bildete sich zeitweise eine lange Schlange am Spendentisch. Gegen Ende des Abends knackte die Gala das geplante Ziel: Mehr als 600 Patenschaften wurden übernommen. Das bedeutet, dass über 600 Kinder ein Jahr lang in einer sozialen Einrichtung von der WIZO betreut werden können.

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