Bildung

Man spricht Deutsch

Die Bildungsstiftung der Stadtwerke München (SWM) will jungen Menschen helfen, die aufgrund ihrer Herkunft bei ihrer schulischen Bildung zusätzlicher Unterstützung bedürfen. Davon profitiert jetzt auch die Israelitische Kultusgemeinde: Die Stiftung fördert das Projekt »Mediale Kompetenz« des Jugendzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Mit dem Projekt sollen junge Zuwanderer sich insbesondere mit der deutschen Sprache beschäftigen. Florian Bieberbach, kaufmännischer Geschäftsführer der SWM und Vorstandsmitglied der Bildungsstiftung, übergab am Montag vergangener Woche den Förderscheck über 56.000 Euro an die Präsidentin der IKG, Charlotte Knobloch. Mit dabei waren Stanislav Skibinski vom IKG-Vorstand, Die Leiterin des IKG-Kulturzentrums Ellen Presser sowie der Jugendleiter Zvi Bebera.

Die Integration junger Menschen unterschiedlichster Herkunft ist der SWM-Bildungsstiftung ein Anliegen. In einer Reihe von Projekten werden deren schulische Fähigkeiten zusätzlich gefördert. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache sind für den weiteren Lebensweg in der neuen Heimat von zentraler Bedeutung. Ein weiteres Projekt wird jetzt vom Jugendzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde durchgeführt. Auch hier steht Verbesserung der Sprachkompetenz für junge Zuwanderer aus der GUS im Mittelpunkt.

Das Jugendzentrum der IKG erreicht im Rahmen der Integrationsangebote derzeit rund 2000 Kinder und Jugendliche. Die jungen Zuwanderer werden in ihrer neuen Heimat Deutschland von einer Vielzahl an Zeitschriften, dem Fernsehen und dem Internet überflutet. Sich darin zurechtzufinden, ist für viele schwierig.

Neigung Das Ziel des Projektes »mediale Kompetenz« ist die Förderung des Sprachvermögens. Dabei ist der nichtschulische kreative Umgang mit der deutschen Sprache zentraler Ansatzpunkt. Die jungen Zuwanderer sollen in drei Neigungsgruppen eigenständig Produkte entwickeln. So geht es um die Erstellung einer Zeitschrift von Jugendlichen für Jugendliche. Diese soll regelmäßig herausgebracht werden. Ein ähnlicher Ansatz wird bei der Erstellung einer Internet-Seite verfolgt. Auch hier geht es um den Aufbau einer Plattform, die beispielsweise Erfahrungsberichte enthält oder auf aktuelle Jugendveranstaltungen hinweist. Schließlich ist als audio-visuelles Produkt die Erstellung eines Films vorgesehen.

Florian Bieberbach, der gemeinsam mit Martin Janke, dem Geschäftsführer der SWM-Bildungsstiftung gekommen war, begründete das Engagement der Stiftung für die IKG: »Eine gute Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für den beruflichen Werdegang. Dabei sind die Kenntnisse der deutschen Sprache, wie auch zunehmend Fremdsprachenkenntnisse außerordentlich wichtig. Die SWM-Bildungsstiftung unterstützt daher das Projekt Mediale Kompetenz der IKG gerne. Daneben freut es mich auch sehr, wenn wir der Kultusgemeinde bei ihren Integrationsanstrengungen ein wenig helfen können und das jüdische Leben in München durch den Zuzug junger Menschen gestärkt wird.«

Charlotte Knobloch dankte den Sponsoren: »Wir freuen uns über die großzügige Unterstützung der SWM-Bildungsstiftung. Mit dem Projekt unseres Jugendzentrums bieten wir jungen Zuwanderern die Gelegenheit, sich medial und sprachlich weiterzubilden. Insbesondere die sprachliche Kompetenz ist die Grundlage für eine erfolgreiche Einbindung junger Menschen in ihre neue Heimat. Die Sprache ist sozusagen der Schlüssel in die Gesellschaft und in das spätere Berufsleben. Daher ist der Beitrag der SWM-Bildungsstiftung letztlich auch eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde.«

München

Wege aus dem Hass

Der amerikanisch-israelische Psychologe Dan Ariely und Guy Katz sprachen im »Prof-Talk« über Antisemitismus aus unterschiedlicher Perspektive

von Esther Martel  31.01.2026

Politik

Aus ihren Leben

Die Ausstellung »An eine Zukunft glauben ...« stellt jüdische Biografien der parlamentarischen Gründergeneration vor

von Katrin Richter  30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026

Interview

»In eine Synagoge bin ich das erste Mal in Deutschland gegangen«

Ab den 90er-Jahren fingen viele sowjetische Juden in Deutschland noch einmal von vorn an. Sind sie angekommen? Ein Gespräch über Flüchtlingsheime, nicht anerkannte Diplome und die Wiederentdeckung jüdischer Traditionen

von Mascha Malburg  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026

Urteil

Fristlose Kündigung eines Rabbiners bestätigt

Die Jüdische Gemeinde Berlin hatte im Sommer 2023 einem Rabbiner wegen sexueller Übergriffigkeit fristlos gekündigt. Eine Klage des Mannes dagegen wurde jetzt auch in zweiter Instanz zurückgewiesen

 29.01.2026

Holocaust-Gedenktag

»Mama, wo sind all die Menschen?«

Tova Friedman sprach im Deutschen Bundestag über ihre Deportation nach Auschwitz, das Grauen im KZ und darüber, was das Überleben mit ihr gemacht hat. Wir dokumentieren ihre Rede

von Tova Friedman  28.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Januar bis zum 5. Februar

 28.01.2026

Meinung

Was würden Saba und Safta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen, aber dennoch die Mehrheit darstellen«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026