Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Große Freude über den Hauptpreis: Schülerinnen und Schüler des städtischen Ratsgymnasiums mit Laudator Abraham Lehrer Foto: © MSB NRW / Mark Hermenau

Im nordrhein-westfälischen Landtag sind am Montagabend die Siegerinnen und Sieger des Schülerwettbewerbs »Shalom – Jüdisches Leben heute!« geehrt worden. Unter dem Motto »Die bunte Vielfalt jüdischer Feste« wurden Beiträge in unterschiedlichen Alters- und Schulformkategorien gewürdigt. Neben Schulministerin Dorothee Feller (CDU) und der NRW-Antisemitismusbeauftragten Sylvia Löhrmann nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung, jüdischen Gemeinden und Zivilgesellschaft teil.

Um die Preise hatten sich 2.200 Teilnehmer mit 450 Beiträgen beworben. Der Hauptpreis ging an das städtische Ratsgymnasium Gladbeck für das Projekt »Schalompoly - jüdische Feste« – ein Brettspiel, das mit Kreativität und Detailtiefe Wissen über jüdische Traditionen, Feiertage und Kultur vermittelt.

»Uns ist aufgefallen, dass das jüdische Leben gar nicht so präsent ist und in unserer Gesellschaft untergeht«, schrieben die Preisträger in ihrer Projektbeschreibung. »Mit diesem Spiel wollen wir erreichen, dass die Spieler den jüdischen Festen näherkommen und somit den Alltag der Juden besser kennenlernen.«

Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, lobte die Schüler: »Das ‚Shalompoly‘ kann nicht alle Facetten jüdischen Lebens darstellen und vermitteln. Aber es ist ein neuer Einstieg, ein alternativer Zugang für junge Menschen, sich mit dem Judentum zu beschäftigen, etwas darüber zu erfahren und zu erlernen«, sagte er im Landtag. Lehrer erhoffe sich davon eine große Akzeptanz in der Schülerschaft.

An die jungen Menschen gerichtet, sagte Lehrer: »Ich möchte mich bei allen, die sich Gedanken und Mühe gemacht haben, für ihre wunderbaren Ausarbeitungen und Elaborate bedanken. Die jüdische Gemeinschaft ist Euch zu Dank verpflichtet. Mit Euren Ideen macht ihr mir Hoffnung, nicht dass wir den Antisemitismus besiegen, aber wieder zurückdrängen können.«

Der Einzelpreis Förderschule ging an Ben Rethage für seinen Filmbeitrag »Sukkot - ein jüdisches Fest«. Den Gruppenpreis Förderschule erhielt die LWL-Förderschule Hören und Kommunikation für ihren Beitrag »Schau mal - 7 jüdische Feste«. Die Schüler entwickelten einen Film mit Gebärdenvideos, Fotoszenen und Begleitmaterialien, die jüdische Feste barrierearm und verständlich erklären.

Ben Krolzik setzte sich beim Einzelpreis der Klassen 5 bis 7 mit seinem Film »Ben entdeckt Purim« zu den Ursprüngen und Traditionen des Purim-Festes durch. Beim Gruppenpreis Klassen 5 bis 7 überzeugte die Realschule Hochdahl mit dem Projekt »Unsere Reise durch das jüdische Jahr«. Die Jungen und Mädchen gestalteten einen Kalender mit begleitenden Videobeiträgen zu wichtigen jüdischen Festen.

Leonie Elberg erhielt die Auszeichnung Einzelpreis der Klassen 8 bis 10 für ihren Beitrag »Shalom - jüdische Feste in allen Farben«. Leinwände mit Symbolen jüdischer Feste fügen dabei zu einem Gesamtwerk zusammen. Der Gruppenpreis der Klassen 8 bis 10 ging an das Marie-Curie-Gymnasium Düsseldorf für das Computerspiel »Noahs Chanukka«.

Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und wird vom Schulministerium mit Unterstützung der Bezirksregierung Münster gemeinsam mit der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur durchgeführt. Unterstützt wird er von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. epd/ja

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