Pädagogik

Jüdische Identität und mehr

Schulleiter von 14 Schulen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich trafen sich am Sonntag im Moses-Mendelssohn-Gymnasium. Foto: Uwe Steinert

Am Sonntag hat Barbara Witting Schulleiter von 14 Schulen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich im Moses-Mendelssohn-Gymnasium begrüßt. Die 26 Pädagogen trafen sich zu ihrer jährlichen Schulleiterkonferenz nach langer Zeit wieder einmal in Berlin. Auf dem Programm der Tagung steht unter anderem die Frage nach jüdischer Identität und Erziehung. Zu diesem Thema hält der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik am Montag ein Grundsatzreferat in der Heinz-Galinski-Schule.

Die Schulleiter machen sich darüber hinaus Gedanken, wie sie ihre Bildungsangebote attraktiver gestalten können. Alexa Brum aus Frankfurt wies beispielsweise darauf hin, dass staatliche und internationale Schulen in der Mainmetropole für viele Eltern jüdischer Kinder attraktiver erschienen als die I.-E.-Lichtigfeld-Schule. Auch in anderen Städten sei Ähnliches zu beobachten. Das Programm der Schulleiterkonferenz hatte dieses Problem bereits aufgenommen und Pädagogen um Beispiele einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit gebeten und gefragt, wie zum Beispiel Homepages, Newsletter oder Schulbroschüren, Flyer oder Jahresdokumentationen als Werbemittel eingesetzt werden könnten.

Kennenlernen Den Schulvertretern selbst ging es in einer ersten Vorstellungsrunde am Sonntag vor allem darum, sich gegenseitig kennenzulernen und sich über die spezifischen Probleme jüdischer Schulen auszutauschen. Dazu hatte Barbara Witting ganz bewusst sowohl die pädagogischen wie auch die religiösen Leiter der Schulen eingeladen.

Einige Lehrer wie etwas Rabbiner Jakov Shafferman von der Jüdischen Schule Noam in Zürich nahmen zum ersten Mal an der Tagung teil. Er finde das Programm »äußerst interessant« und sei »neugierig auf die nächsten Tage«, sagte Shafferman. Barbara Witting vom Moses-Mendelssohn-Gymnasium und Alexa Brum sind mehr als zehn Jahre dabei und verabschieden sich aus der Runde, da sie beide im Sommer in den Ruhestand gehen.

In den nächsten Tagen werden sich die 26 Kollegen bei Besuchen in der Heinz-Galinski-Schule, der Jüdischen Traditionsschule von Chabad am Spandauer Damm sowie der Lauder Beth-Zion-Grundschule in der Rykestraße mit dem unterschiedlichen Lehrangebot in Berlin vertraut machen können. Ausflüge sind zum Informationszentrum des Stelenfeldes beim Denkmal für die ermordeten Juden Europas, zur Topographie des Terrors, ins Centrum Judaicum und in die Bibliothek des Jüdischen Museums geplant.

Spracherwerb Am Dienstag ist die Lauder Beth-Zion-Grundschule Tagungsort. Hier werden die Themen »Jüdisches Profil und Interesse des Profanbereichs«, »Arbeitszufriedenheit« und »E-Learning zum Erwerb der Hebräischen Sprache« erörtert. Außerdem wird in einer Abschlussrunde die Tagung evaluiert. Eines der brennenden Themen ist für Alexa Brum, darauf hinzuarbeiten, Unterrichtsmaterial für einen Iwrit-Unterricht zu erarbeiten, der die deutsche Lebenswirklichkeit widerspiegelt. Das kann sie ihrer Nachfolgerin als Leiterin der Lichtigfeld-Schule, Noga Hartmann, ab Sommer mit auf den beruflichen Lebensweg geben.

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Ferien

Spiel, Spaß, Werte

Gerade beginnt der dritte Turnus der ZWST-Machanot. Bildungsreferentin Liya Cinciper über Heimweh, Handyzeiten und Kühlung bei Hitze

von Helmut Kuhn  13.08.2026

Hitze

Kühl beten, kühl bleiben

Gemeinden und jüdische Einrichtungen bekommen die hohen Temperaturen sehr zu spüren. Einige behelfen sich mit kalten Tüchern, manche mit Ventilatoren, andere haben Klimaanlagen

von Katrin Richter  13.08.2026

Programm

Summer Open Airs in Frankfurt und Hannover, und ein Rendezvous für Hercule Poirot - mit einer Leiche

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 13. August bis zum 20. August

 12.08.2026

Wiesbaden

Hessen verlängert Staatsvertrag mit jüdischen Gemeinden

Die Zahlungen an jüdische Gemeinden steigen schrittweise

 12.08.2026

Brandenburg

Cyberangriff auf Gedenkstätten

Immer wieder schädigen Ransomware-Attacken Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. In Brandenburg ist nun die Gedenkstätten-Stiftung betroffen

 11.08.2026

Gedenken

Stolpersteine für jüdische Familie Frank in Erfurt

Als Zwölfjährige wurde Ingeburg Geißler nach Theresienstadt deportiert. Jahrzehnte später erzählt sie von ihrem Schicksal. Ihre Stimme soll nun bei der Gedenkveranstaltung erklingen

 11.08.2026

Porträt der Woche

Aus Erfahrung handeln

Marina Koren hat Ausgrenzung erlebt und unterstützt heute Betroffene von Hassgewalt

von Gerhard Haase-Hindenberg  09.08.2026