Berlin

Jüdische Gemeinde erinnert an November-Pogrome

Die 1912 eingeweihte Synagoge in der Fasanenstraße war bei den November-Pogromen 1938 in Brand gesteckt worden. 1943 wurde sie bei alliierten Luftangriffen weiter zerstört und 1957/58 abgerissen Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Berlin

Jüdische Gemeinde erinnert an November-Pogrome

Zum 87. Jahrestag der NS-November-Pogrome von 1938 werden am Sonntag ganztägig die Namen der im Holocaust ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden vorgelesen. Bei einem Gedenken am Abend wird Berlins Regierender Bürgermeister sprechen

 03.11.2025 16:09 Uhr

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin erinnert am Sonntag an die antisemitischen Pogrome vom 9. November 1938. Das Gedenken startet am späten Vormittag vor dem jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße mit einer ganztägigen Lesung der Namen der 55.696 im Holocaust ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden, wie die Gemeinde am Montag mitteilte.

Die Aktion unter der Überschrift »Jeder Mensch hat einen Namen« ist bis in den Abend hinein geplant. Alle Berliner und Berlinerinnen seien herzlich aufgerufen, sich an der Namenslesung zu beteiligen. Am Sonntagabend wird auf einer Gedenkveranstaltung mit anschließender Kranzniederlegung im Gemeindehaus Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ein Grußwort sprechen. Das Gedenken wird musikalisch umrahmt von Kantorinnen und Kantoren aus 15 Ländern der zurzeit in Berlin tagenden European Cantors Association.

1938 in Brand gesteckt

Mit Einbruch der Dunkelheit wird auch ein Bild der ehemaligen Synagoge Fasanenstraße auf die Fassade des Gemeindehauses projiziert. Zudem werden den ganzen Tag über Virtual-Reality-Brillen zur Verfügung stehen, mit denen man sich in das Innere der ehemaligen Synagoge versetzen kann. Die 1912 eingeweihte Synagoge war bei den November-Pogromen 1938 in Brand gesteckt worden. 1943 wurde sie bei alliierten Luftangriffen weiter zerstört und 1957/58 abgerissen.

Mit der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen Jüdinnen und Juden über. Sie wurden misshandelt und vielerorts wurden Synagogen, Gebetshäuser, jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört. epd

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