Düsseldorf

Israel mal anders sehen

Landtagspräsident André Kuper, Yaki Lopez, PR-Chef der israelischen Botschaft, Landtagsvize Oliver Keymis und Landesminister Stephan Holthoff-Pförtner (v.l.)

Welche Musik hören Jugendliche in Israel? Was steckt hinter Krav Maga? Warum gibt es so viele israelische Start-up-Unternehmen? Nur einige Fragen, auf die der Projekttag »Israel – anders kennenlernen« am Montag im nordrhein-westfälischen Landtag Antworten gab. Zum vierten Mal hatte die israelische Botschaft diesen Projekttag für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen neun bis elf in Zusammenarbeit mit der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW) und dem Landtag möglich gemacht.

Rund 260 Schülerinnen und Schüler aus elf weiterführenden Schulen waren gemeinsam mit ihren Lehrern gekommen, um Israel besser kennenzulernen. »Israel ist mehr als der in den Nachrichten vorherrschende Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis«, betonte Yaki Lopez, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel, in seiner Begrüßungsansprache.

Partnerschaften Landtagspräsident André Kuper verwies auf die langjährige Verbindung zwischen Israel und Nordrhein-Westfalen beispielsweise über Städte-, Schul- und Hochschulpartnerschaften sowie Vereine und Verbände. »Sich zu überlegen, wie kann die Freundschaft zwischen unseren Ländern noch intensiviert werden, dafür ist dieser Tag heute hier eine gute Grundlage«, sagte Kuper.

Minister Holthoff-Pförtner gab den Schülern den Tipp, Israel mal selbst zu besuchen und sich ein eigenes Bild zu verschaffen.

Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales, der seit Jahren ein sehr persönliches Verhältnis zu Israel hat, erzählte den Jugendlichen von seinen eigenen Eindrücken von Israel. Sie sollten sich vornehmen, dieses Land nicht nur kennenzulernen, sondern auch einmal zu besuchen.

Ein guter Einstieg dazu waren die zahlreichen Workshops, die Themen wie Alltagskultur, Medien, Religionen und Wirtschaft anschaulich vermittelten. Die Botschaft hatte dafür Referenten aus dem eigenen Haus sowie externe ausgewählt.

Krav Maga Im Sportraum des Landtags konnten die Jugendlichen sich zudem im Kampfsport üben und erfuhren interessante Hintergrundinformationen zu Krav Maga. Bei den weiteren Workshops standen Vorträge und Diskussionen im Vordergrund.

Am Nachmittag trafen sich dann wieder alle im Plenarsaal. An der Diskussion mit NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Landtagsmitglied Norbert Römer, Vorsitzender der Parlamentariergruppe NRW-Israel, nahm auch der Botschafter des Staates Israel, Jeremy Issacharoff, teil. Mit den Anregungen des Projekttages konnten die Jugendlichen im Plenum weitere Fragen stellen und Antworten finden rund um Israel, das moderne Land mit Tradition.

Jedes Jahr organisiert die israelische Botschaft solch einen Informationstag für deutsche Jugendliche – immer in einem anderen Bundesland.

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026

Lörrach

Tora als Zeichen der Hoffnung

Die Kultusgemeinde lässt eine historische gerettete Rolle restaurieren. Demnächst wird sie im Landtag vollendet

von Christine Schmitt  19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

Holocaust-Mahnmal

Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald in Berlin aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick

 18.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

München

Das Grauen sehen

Bei der Premiere eines Films über die Familie Bibas und das Hamas-Massaker vom 7. Oktober sprechen die Regisseurin und ein Psychologe über das Verbrechen und die Wirkung der Aufnahmen

von Michael Schleicher  18.10.2026

Lesung

»Die ganze jüdische Welt war in Trauer«

Zum Gedenken an den 7. Oktober stellte Dafna Gerstner ihr Buch vor

von Luis Gruhler  18.10.2026

Porträt der Woche

»Ich mag die Gemeinschaft«

Sonja Fira Grinman geht häufig zu jüdischen Events - bundesweit und im Ausland

von Annette Kanis  18.10.2026