Frankfurt

IS-Kämpfer im Makkabi-Team

Verhandlung gegen ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz »Islamischer Staat« Foto: dpa

In Frankfurt ist am Montag vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) eröffnet worden. Der 20-Jährige soll im vergangenen Jahr in Syrien in den »Heiligen Krieg« gezogen sein. Ein Schock für den jüdischen Sportverband TuS Makkabi Frankfurt, denn der Mann spielte von Sommer 2010 bis Sommer 2011 in der Fußballmannschaft der Makkabäer.

Unauffällig »Wir haben ihn zur Verstärkung geholt. Er war ein ganz guter Spieler und ansonsten völlig unauffällig«, sagt Alon Meyer, Vorsitzender des TuS-Makkabi Frankfurt und Präsident von Makkabi Deutschland im Rückblick. Dass der Mann, »der für uns mit dem Davidstern auf der Brust aufgelaufen ist«, einer terroristischen Organisation angehören soll, »kam für uns völlig überraschend«, so Meyer weiter.

Der Angeklagte habe sich bei Spielen sogar »ohne Wimpernzucken als Jude beschimpfen« lassen. Meyer zeigt sich schockiert, dass sich »ein Mensch in so kurzer Zeit so verändern kann«. Die ehemaligen Mitspieler des mutmaßlichen IS-Kämpfers wollen sich gegenüber den Medien nicht äußern. kib

Kommentar

Meine Angst

Was heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026

Lesung

Sprache statt Wurzeln

Die aus dem Irak stammende Schriftstellerin Mona Yahia stellte in München ihr neues Buch über jüdisches Leben im arabischen Raum vor

von Nora Niemann  05.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026