Berlin

Interaktives Projekt zur jüdischen Geschichte des Scheunenviertels

Im historischen Berliner Scheunenviertel weisen seit Mittwoch zehn Straßenmarkierungen in Jiddisch, Deutsch und Englisch auf jüdische Orte, Biografien und Geschichten in der Spandauer Vorstadt vor der NS-Zeit hin. Ergänzt durch QR-Codes, die zu der interaktiven Karte jewishmitteberlin.de führen, werden so rund 40 Bezugspunkte zur jüdischen Geschichte sichtbar gemacht, teilte Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum am Mittwoch mit.

Die Straßenmarkierungen sind in der Gormannstraße, Rosenthaler Straße, Neuen Schönhauser Straße, Alten Schönhauser Straße, Linienstraße, am Rosa-Luxemburg-Platz, in der Mulackstraße, Münzstraße, Max-Beer-Straße und Almstadtstraße zu finden. Auf ihnen befinden sich die jeweiligen Straßennamen in jiddischer Schrift mit Erläuterungen sowie die QR-Codes. Die Initiative geht auf Sebestyén Fiumei zurück, der das Anliegen an das Mitte Museum herantrug.

Stadtrundgang mit Stimme von Mascha Kaleko

Die interaktive Karte lade zudem zu thematischen Stadtrundgängen ein, die in den Erzählstimmen von Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975), des deutsch-österreichischen Schauspielers Alexander Granach (1890-1945) oder der ersten Rabbinerin Regina Jonas (1902-1944) hörbar werden.

Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger (Grüne), erklärte, die Geschichte des jüdischen Scheunenviertels sei für viele noch immer unbekannt. Auch über das schreckliche Pogrom im November 1923 wüssten nur die wenigsten etwas: »Umso mehr freue ich mich, dass das Mitte Museum des Bezirksamts nun mit dem Centrum Judaicum eng kooperieren konnte, um die Vielfalt und Besonderheit der jüdischen Geschichte hier im Stadtraum zugänglich zu machen.«

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