Biografien

Erzählen, erinnern, entdecken

Unter dem Dach der Stiftung Haus der Geschichte sollen im Video- oder Audioformat vorliegende Zeitzeugeninterviews gesichert und zugänglich gemacht werden Foto: Screenshot JA

Mit einem neuen Onlineportal will die Bundesregierung Zeitzeugenberichte für die Zukunft sichern. Unter dem Dach der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sollen künftig im Video- oder Audioformat vorliegende Zeitzeugeninterviews seit Beginn des 20. Jahrhunderts gesichert und zugänglich gemacht werden, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte.

»Mehr und mehr Zeitzeugen verstummen, und es ist klar: Die persönlichen und äußerst bewegenden Berichte dieser Menschen können wir nicht ersetzen.« Das Vermächtnis dieser Persönlichkeiten zu bewahren, ihre Berichte zu schützen und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, gehöre zu den wichtigen kultur- und erinnerungspolitischen Aufgaben, betonte Grütters bei der Vorstellung des Projekts.

Interviews Das neue Zeitzeugenportal ist den Angaben zufolge seit Anfang des Jahres bei der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland angesiedelt und dort im Aufbau. Allein bei den verschiedenen von der Kulturstaatsministerin geförderten Institutionen befänden sich rund 12.000 Zeitzeugeninterviews, hieß es weiter.

Durch die unterschiedlichsten Zeitzeugenberichte soll die deutsche Geschichte vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart persönlich, konkret und verständlich dargestellt werden. Die einzelnen Berichte sind gegliedert in verschiedene Epochen. Einen großen Raum nimmt bei dem Projekt der Zeitabschnitt von 1933 bis 1945 ein. Zu den Zeitzeugen gehört unter anderem die österreichisch-deutsche Schauspielerin Ida Ehre, die während der NS-Zeit von den Nazis als Jüdin mit einem Berufsverbot belegt und in ein Konzentrationslager deportiert wurde.

Auch der jüdische Politikwissenschaftler Richard Löwenthal kommt ausführlich zu Wort. Als aktiver Vertreter des Kommunismus ging er zu Beginn des Dritten Reiches ins Exil. Zurück in der Bundesrepublik erhielt er einen Lehrstuhl an der Universität Berlin. Als überzeugter linker Intellektueller, Sozialdemokrat und enger Vertrauter Willy Brandts war es auch stets sein Ziel, aktiv in der Politik mitzuwirken. ja/ppe

www.zeitzeugen-portal.de

TV-Tipp

Doku über Margot Friedländer am Holocaust-Gedenktag - Gegen das Vergessen

Nicht nur für sechs Millionen Juden, sondern für alle unschuldig Ermordeten des Nazi-Regimes wollte Margot Friedländer immer als Überlebende des Holocaust sprechen - zum Beispiel in diesem bewegenden Dokumentarfilm

von Jan Lehr  22.01.2026

Deutschland

»Sie ist ein Teil von mir«

Dritte Generation: Wie gehen Enkelkinder mit den Überlebensgeschichten ihrer Großeltern während der Schoa um?

von Christine Schmitt  22.01.2026

Literatur

Positives Chaos

Die Schriftstellerin Mirna Funk stellte in München ihren neuen Roman »Balagan« über eine Familiengeschichte zwischen Berlin und Tel Aviv vor

von Helen Richter  22.01.2026

Berlin

Die Lehren der »Zöglinge«

Im Begegnungsort Jüdisches Waisenhaus treffen Jugendliche auf die Geschichte von Leslie Baruch Brent

von Sören Kittel  22.01.2026

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Januar bis zum 29. Januar

 21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Entscheidung

Noam Bettan startet beim ESC für Israel

Mehrere Länder boykottieren wegen Israels Teilnahme den Eurovision Song Contest 2026. Jetzt wurde entschieden, wer für das Land in diesem Jahr bei dem Musikwettbewerb an den Start geht

von Cindy Riechau  21.01.2026

München

Ein lebendiger Ort der Begegnung

Das neue Familienzentrum lud in der Reichenbachstraße zu einem »gemein(de)samen« Nachmittag ein

von Esther Martel  20.01.2026

Würdigung

Oldenburgerin Elke Heger erhält den Albrecht Weinberg-Preis

Die Oldenburger Pädagogin Elke Heger erhält für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Gemeinschaft zwischen Juden und Christen den Albrecht Weinberg-Preis. Zur Verleihung wird der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies erwartet

 20.01.2026