WIZO

»Die Lobby sind wir«

Die WIZO München hatte unter dem Motto »One Night for Children« zur Patenschaftsgala 2010 eingeladen, und viele Freunde und Unterstützer der Wohltätigkeitsorganisation waren in das HVB-Forum gekommen. »Der ideale Platz, um Geld zu sammeln«, meinte Bayerns Innenminister Joachim Hermann in Anspielung auf die ehemalige Kassenhalle der früheren Bayerischen Staatsbank, die inzwischen zu einem glanzvollen Repräsentationsraum geworden ist.

Dass der Abend in jeder Hinsicht ein voller Erfolg wurde, lag vor allem an der guten Stimmung unter den Gästen. Mehr als 200 Patenschaften und somit mehr als 100.000 Euro waren es am Ende, über die sich Kinder in Israel freuen dürfen. Eine Patenschaft hilft, ein Kleinkind ein Jahr lang zu versorgen, hatte Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz gleich zu Beginn der Veranstaltung betont.

not Die Solidarität mit Israel und den Schwächsten der dortigen Gesellschaft – in Not geratene Kinder und Frauen – hatte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch einprägsam in wenige Worte zusammengefasst: »Die Kinder gehören zu den Schwächsten, und diese haben keine Lobby. Die Lobby sind wir!«

Charlotte Knobloch engagiert sich seit vielen Jahrzehnten in der WIZO und hat auch in diesem Jahr wieder gerne die Schirmherrschaft des Münchner Patenschaftsabends übernommen. Der Einsatz für diese Organisation bedeute für sie, ein Band zwischen Israel und den Menschen zu knüpfen, die in der Diaspora ihre Heimat gefunden haben. Der finanzielle Erfolg sei für die Mütter und Kinder in Israel ein kleines bisschen Glück. Voller ansteckender Überzeugung zitierte Knobloch David Ben Gurion: »Wenn es die WIZO noch nicht gäbe, müsste man sie erfinden!«

Gemeinsam mit Präsidentin Charlotte Knobloch hatte Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe die Schirmherrschaft für diesen Abend übernommen. In einer sehr persönlich gehaltenen Ansprache schilderte er seine Eindrücke aus Israel und die Beweggründe für sein Engagement. Unter den Gästen waren viele, die von Israel und seinen Menschen begeistert sind.

Die Münchner WIZO-Präsidentin Helene Habermann begrüßte unter den Gästen den Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse München, Harald Strötgen, den Landesverbandspräsidenten Josef Schuster, die Unternehmerin Regine Sixt, die frühere Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott sowie die Vorsitzenden verschiedener Organisationen, die sich ebenfalls für Projekte in Israel engagieren.

Generation Was die WIZO im Lauf der Jahrzehnte alles geleistet hat, das präsentierte Rachel Singer als Präsidentin der WIZO Deutschland den Gästen in einer knappen Zusammenfassung. Die Münchner WIZO wird derzeit von dem Team mit Yvonne Marianowicz, Helen Muallem, Chana Kaminski und Iris Salzberg getragen, denen Präsidentin Helene Habermann an diesem Abend für ihr Engagement dankte. Besonders unterstrich sie den Einsatz von Gil Marianowicz bei dem Galaabend als eine Fortsetzung der aktiven WIZO-Arbeit auch in der jüngeren Generation.

Zum Erfolg der »Nacht für Kinder« trug neben der guten Stimmung auch der Ehrengast bei. Der bayerische Innenminister Joachim Hermann hatte zunächst der Organisation zu ihren Erfolgen gratuliert. Er erinnerte an die Zeit zwischen 1933 und 1945, die nie vergessen werden dürfe und an die Verpflichtung, alles zu tun, »dass sich so etwas nie mehr wiederholt«. Heute gibt es ein »vielfältiges jüdisches Leben – dafür bin ich dankbar«. Er schloss sein Grußwort mit der Spendenaufforderung: »Ich hoffe, dass möglichst viele Kinder von diesem Abend profitieren.«

Doch damit wollte ihn die Moderatorin nicht zurück an den Ehrentisch entlassen. Schließlich war für den Abend neben dem von der Münchner Gastronomie-Institution Michael Käfer zubereitetem koscheren Dinner auch Tanz vorgesehen. So sollte Hermann den Tanz mit seiner Gattin eröffnen. Doch was dann kam, ging weit über ein planbares Protokoll hinaus.

Joachim Hermann ließ sich nicht nur von den israelischen Hora-Tänzen begeistern. Er war auch dabei, als ihn der Leader der Sun-Big-Band aus Tel Aviv aufs Podium holte. Schnell lernte er die hebräischen Liedtexte, sang voller Begeisterung und wurde so ein wenig zum Animateur für die gute Sache. Da blieb es dem Redner des letzten Grußwortes, Ilan Ben-Dov von der israelischen Botschaft in Berlin, nur noch übrig, als Israeli ein großes Danke zu sagen.

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 30. April bis zum 7. Mai

 29.04.2026

Düsseldorf

Zwei Familien, eine Freundschaft

Die Rubinsteins und die Spiegels erlebten wichtige Momente gemeinsam. Erinnerungen an einen Freund

von Herbert Rubinstein  29.04.2026

Erinnern

»Paul, du fehlst«

Vor 20 Jahren am 30. April starb Paul Spiegel. Als Zentralratspräsident hat er das Land geprägt und sich für Verständigung eingesetzt. Wie würde er auf das Heute blicken? Gedanken von Gisèle Spiegel

von Gisèle Spiegel  29.04.2026

Jubiläum

»Wir richten den Blick nach vorn«

Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion

von Christine Schmitt  28.04.2026

Militär

Für Deutschland kämpfen?

Nach der Schoa war es für Juden unvorstellbar, wieder in einer deutschen Armee zu dienen. Doch wie blickt die jüdische Gemeinschaft heute auf die Bundeswehr?

von Joshua Schultheis  28.04.2026

Gedenken

17 neue Stolpersteine für Magdeburg

Seit dem Jahr 2007 wurden in Magdeburg mehr als 860 Stolpersteine für Opfer der Verfolgungen in der Zeit des Nationalsozialismus verlegt. Am 4. Mai kommen weitere 17 Steine an den Wohnorten von jüdischen Mitbewohnern hinzu

 28.04.2026

Berlin

Festakt zur Umbenennung in Margot-Friedländer-Platz

Der Vorplatz des Berliner Abgeordnetenhauses wird zum 7. Mai umbenannt

 28.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026