München

Die Kraft des Gebens

Am Donnerstag vergangener Woche hatten die »Freunde von Meir Panim« zu einem exklusiven Dinner zugunsten ihrer Hilfszentren in Israel ins Gemeinderestaurant Einstein eingeladen. Ziel der Organisation ist es, von Armut betroffenen israelischen Familien hilfreich zur Seite zu stehen, ihre Not zu lindern und ihnen den Weg für eine bessere Zukunft zu ebnen.

Schon im Foyer des Gemeindezentrums knüpften die Gäste mit Johannes Beyer vom Vorstand des Freundeskreises Netzwerke für künftige Projekte. Eines, das dem Sponsor des Abends, Michael Keller, besonders am Herzen liegt, sind die »Free Restaurants«, in denen Bedürftige nur einen symbolischen Betrag zahlen. Keller hob hervor, dass dort eine Atmosphäre gegenseitiger Achtung herrsche – auch der Bedürftige sei Gast und werde als solcher behandelt.

Motto Präsidentin Charlotte Knobloch unterstrich in ihrer Rede, die ihr Referent Aaron Buck verlas, da sie selbst kurzfristig verhindert war, was der Freundeskreis allen vor Augen führt: Das Motto »Die Kraft des Gebens« zeige, »dass wir alle mit der Möglichkeit zu helfen gesegnet sind. Wir stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Notleidenden Menschen zu helfen, gibt uns die Chance, G’tt zu danken. Meir Panim hilft uns dabei.«

Als Freund von Meir Panim erwies sich auch Bundespräsident a.D. Christian Wulff. Er unterstrich die Bedeutung sozialen Engagements, wie es Meir Panim praktiziert. Wie zuvor schon Charlotte Knobloch ging auch Wulff auf die aktuelle Situation des Flüchtlingszustroms nach Deutschland und Europa ein. Viele machten sich Sorgen, »dass die Probleme anderer Länder in unser Land kommen werden. Das muss man sehr ernst nehmen.« Bei aller Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft stünden aber Werte wie die Demokratie nicht zur Disposition.

Bildung Wichtige Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander ist dabei Bildung, wie sie in Israel von einem weiteren Projekt von Meir Panim auch schwächeren Gesellschaftsschichten angeboten wird. Der frühere IKG-Vizepräsident Yehoshua Chmiel unterstrich dies als Dinner-Sprecher. In seinem Vortrag zog er Parallelen zwischen den Einwanderern nach Israel und deren Integration und der aktuellen Flüchtlingssituation in Deutschland.

»Bildung und Erziehung ist das A und O einer jeden Gesellschaft«, lautete dabei eine seiner zentralen Aussagen. Um diese zu erlangen und auch weitere Probleme zu lösen, bedürfe es – hier wie dort – der gemeinsamen Anstrengung aller.

Anoha

Mit allen Sinnen

Im Museum erleben Kinder die Geschichte der Arche Noah spielerisch – und lernen dabei etwas über Vielfalt, Respekt und ein gutes Miteinander

von Alicia Rust  18.08.2026

Berlin

Gedenkzeichen für erste Rabbinerin der Welt

Regina Jonas wurde 1942 in das KZ Theresienstadt verschleppt und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ende August wird ihrer mit einem Gedenkzeichen gedacht

 18.08.2026

Gespräch

Albrecht-Weinberg-Gefährtin: Erinnerung an Holocaust darf nicht enden

Im Mai starb der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Gerda Dänekas war bis zum Schluss an seiner Seite, Pflegerin und engste Freundin. Im Interview spricht sie über das Vermächtnis eines der letzten Zeitzeugen und einen Film über ihn - und sie

von Karen Miether  18.08.2026

Orthodoxie

»Koschere Haare sind teuer«

Chaya Chapoval über steigende Scheitelpreise, die Arbeit hinter einer Perücke und Rabbiner-geprüfte Haarteile

von Mascha Malburg  17.08.2026

Freiburg

Geschichten eines Onkels

Aviva Rabinovich recherchierte das Schicksal ihres Verwandten Konrad Goldmann – und widmet ihm zusammen mit dem Regisseur Nathan Lifschitz einen Dokumentarfilm

von Anja Bochtler  17.08.2026

Brandenburg

An einem Mittwoch in Cottbus

Was geschieht an einem ganz normalen Tag in einer jüdischen Gemeinde? Wir waren vor Ort und begegneten Menschen zwischen Chorproben und Amtsterminen

von Leon Stork  16.08.2026

München

Für die junge Generation

Künftig wird Rabbiner Elie Dues als Jugendrabbiner die religiöse Arbeit der Israelitischen Kultusgemeinde unterstützen

von Luis Gruhler  16.08.2026

Porträt der Woche

»Mein Glück war Alfred«

John Günther ist Künstler, religiös und lebte 62 Jahre mit seinem Mann zusammen

von Heike Linde-Lembke  16.08.2026

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026