EMG

2540 Kilometer Solidarität

Sie starteten am Freitagmorgen vom Olympischen Platz in Berlin-Charlottenburg. Foto: Chris Hartung

Die 15. European Maccabi Games (EMG) in Ungarns Hauptstadt Budapest sind in vollem Gange. Nach dem Auftakt am Dienstag im neuen Nándor-Stadion vor rund 5000 Zuschauern geht es für die 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 40 Ländern in insgesamt 20 Disziplinen und 63 Einzelwettbewerben noch bis zum kommenden Dienstag zur Sache.

Am Donnerstag finden in den Teamsportarten Basketball, Fußball, Feldhockey und Futsal Spiele mit deutscher Beteiligung statt. Ein Höhepunkt für alle Fußballfans ist die Partie der Herrenauswahl von Makkabi Deutschland gegen den Gastgeber Ungarn. Anpfiff für dieses Spiel ist Donnerstag um 11.30 Uhr. Am Freitag müssen die deutschen Kicker dann gegen die Amerikaner antreten.

Fußball Die Finals im Herrenfußball sowie in den anderen Teamsportarten werden jeweils am kommenden Dienstag ausgetragen. Pferdesport-Freunden sei das Showspringreiten am Donnerstagnachmittag um 15 Uhr empfohlen. Bridge-Liebhaber kommen bei den Finalpartien am Montag auf ihre Kosten. Highlight der diesjährigen Makkabiade ist der »Generali Night Run Budapest«, der Halbmarathon am Samstagabend.

Die deutsche Auswahl stellt mit 300 Makkabäern das größte Nationalteam in Budapest.

Event Die deutsche Auswahl stellt mit 300 Makkabäern das größte Nationalteam in Budapest. Mike Samuel Delberg ist Mitglied im Präsidium von Makkabi Deutschland. Er ist nach Ungarn gereist, um die Sportler anzufeuern. »Die European Maccabi Games in Budapest sind ein großartiges Event für jüdische Sportler aus Europa und der ganzen Welt«, sagte Delberg. »Für Makkabi Deutschland hoffen wir natürlich darauf, dass unsere Jungs und Mädels die Spitzenposition im Medaillenspiegel verteidigen können.«

Bereits am vergangenen Freitag war das makkabäische Feuer in Berlin entzündet worden. Am Morgen waren zwölf Motorradfahrer der Initiative »Ride4Solidarity« vom Olympischen Platz in Berlin-Charlottenburg in Richtung Budapest aufgebrochen.

Ausgestattet mit Landesflaggen und der israelischen Fahne als Zeichen der Solidarität mit dem jüdischen Staat wollten die Biker pünktlich zur Eröffnungsfeier am Dienstagabend in der ungarischen Hauptstadt eintreffen, um die European Maccabi Games aus Deutschland an die diesjährigen Veranstalter zu übergeben. Berlin war 2015 Austragungsort der letzten europäischen Makkabi-Spiele, die alle vier Jahre stattfinden.

strecke Die rund 2540 Kilometer lange Strecke führte die Truppe mit Bikern aus acht Ländern über Tschechien und Österreich nach Budapest. Bis zur Berliner Landesgrenze wurden die Makkabi-Biker von der Motorradsportgruppe des Bundes begleitet.

Makkabi steht für Offenheit, Toleranz und Liebe zum Sport.

»Die Idee von Makkabi steht für Offenheit und Toleranz sowie dafür, durch das Verbindende des Sports Menschen über Nationalitätengrenzen hinweg zusammenzubringen«, sagte Leonid Rosenthal, Mitbegründer der Initiative »Ride4Solidarity« und mit seiner schwarzen Harley-Davidson Sportster Anführer des Konvois. Für ihn war es eine große Ehre, die Fahne von Makkabi Deutschland nach Ungarn zu bringen.

»Wir kommen mit einer Botschaft gegen jegliche Form von Diskriminierung und Antisemitismus und für Solidarität nach Budapest«, sagte Rosenthal. Der Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal hatte den Bikern vor ihrer Abfahrt seinen Segen mit auf den Weg gegeben. »Dass ihr fast 90 Jahre nach dem Beginn der Nazi-Herrschaft in Deutschland vom Olympischen Platz in Berlin aus zur Makkabiade aufbrecht, ist ein ganz starkes Zeichen dafür, dass das Judentum in Deutschland wieder lebendig ist«, sagte Teichtal.

olympiastadion Auch Rogel Rachman, Gesandter der israelischen Botschaft, war zusammen mit dem Leitenden Konsul der Botschaft von Ungarn, Csaba Schultheisz, am Freitagmorgen vor das Olympiastadion gekommen. »Die European Maccabi Games sind eine Veranstaltung, die das Potenzial hat, Mauern einzureißen«, sagte Rachman.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Ausdrücklich möchte ich mich für die Solidarität mit Israel bedanken, welche die Motorradfahrer nach Budapest bringen werden.« Konsul Schultheisz erklärte, dass die Regierung in Budapest die Biker aus Berlin sowie alle teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler der Maccabi Games herzlich willkommen heißt. »Für die ungarische Regierung ist es ein wichtiges Anliegen, das Wiedererstarken der jüdischen Gemeinden im Land zu fördern«, sagte Schultheisz.

Antisemitismus Die Idee der Motorradfahrt zu den Maccabi Games stammt aus den 30er-Jahren. Damals fuhren Biker aus dem Mandatsgebiet Palästina nach Europa, um Öffentlichkeit für die Spiele zu erreichen und zunehmend vom Antisemitismus bedrohte jüdische Gemeinden zu unterstützen.

Die Motorradfahrer wollten sowohl für das sportliche Ereignis werben als auch die Forderung nach einem unabhängigen Staat Israel vorantreiben. Bereits 2017 waren die Biker des »Ride4Solidarity« zu einer Motorradfahrt aufgebrochen. Damals fuhren sie von Berlin nach Jerusalem, um die in Israel stattfindende 20. Maccabiah mit zu eröffnen.

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026

Sachsen-Anhalt

Polizeirabbiner vor der Wahl: Erstarken der AfD bereitet Sorgen         

Mehr Begegnung zwischen Juden und Nicht-Juden - das wünschen sich Deutschlands Polizeirabbiner. Sie bilden Polizeianwärter hierzulande fort und vermitteln jüdische Kultur. Seit fünf Jahren gibt es sie

von Nina Schmedding  13.08.2026

Ferien

Spiel, Spaß, Werte

Gerade beginnt der dritte Turnus der ZWST-Machanot. Bildungsreferentin Liya Cinciper über Heimweh, Handyzeiten und Kühlung bei Hitze

von Helmut Kuhn  13.08.2026

Hitze

Kühl beten, kühl bleiben

Gemeinden und jüdische Einrichtungen bekommen die hohen Temperaturen sehr zu spüren. Einige behelfen sich mit kalten Tüchern, manche mit Ventilatoren, andere haben Klimaanlagen

von Katrin Richter  13.08.2026

Programm

Summer Open Airs in Frankfurt und Hannover, und ein Rendezvous für Hercule Poirot - mit einer Leiche

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 13. August bis zum 20. August

 12.08.2026

Wiesbaden

Hessen verlängert Staatsvertrag mit jüdischen Gemeinden

Die Zahlungen an jüdische Gemeinden steigen schrittweise

 12.08.2026

Brandenburg

Cyberangriff auf Gedenkstätten

Immer wieder schädigen Ransomware-Attacken Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. In Brandenburg ist nun die Gedenkstätten-Stiftung betroffen

 11.08.2026

Gedenken

Stolpersteine für jüdische Familie Frank in Erfurt

Als Zwölfjährige wurde Ingeburg Geißler nach Theresienstadt deportiert. Jahrzehnte später erzählt sie von ihrem Schicksal. Ihre Stimme soll nun bei der Gedenkveranstaltung erklingen

 11.08.2026

Porträt der Woche

Aus Erfahrung handeln

Marina Koren hat Ausgrenzung erlebt und unterstützt heute Betroffene von Hassgewalt

von Gerhard Haase-Hindenberg  09.08.2026