Israel

Kalman Bar ist neuer aschkenasischer Oberrabbiner

Kalman Bar bekam 77 von 140 Stimmen (Archivfoto) Foto: Copyright (c) Flash 90 2014

Israel

Kalman Bar ist neuer aschkenasischer Oberrabbiner

Im Vorfeld der Wahl gab es interne Machtkämpfe

 01.11.2024 21:07 Uhr Aktualisiert

Kalman Bar ist zum aschkenasischen Oberrabbiner Israels gewählt worden. Einen Monat nach der Wahl des sephardischen Oberrabbiners, David Josef, setzte sich der bisherige Oberrabbiner von Netanja am Donnerstag in einer Stichwahl durch, wie israelische Medien berichteten.

Auf Bar, der aus einer ultraorthodoxen Familie stammt, aber auch in der israelischen Armee diente, entfielen demnach 77 von 140 Stimmen. Unterstützung erhielt er unter anderem von der ultraorthodoxen Partei Degel HaTorah.

Im Vorfeld der Wiederbesetzung war es zu internen Machtkämpfen, Vorwürfen der Vetternwirtschaft sowie einem Streit um die Rolle von Frauen im Wahlgremium gekommen. Das hatte die ursprünglich für das Jahr 2023 geplante Abstimmung verzögert. Schließlich ordnete das oberste Gericht Israels die Durchführung der Wahl an.

Oberrabbiner werden für eine Amtszeit von 10 Jahren gewählt. Das Parlament hatte die Amtszeit der Vorgänger, Jitzchak Josef und David Lau um ein elftes Jahr verlängert, damit es zu keinen Kollisionen mit den Kommunalwahlen kommt.

Das Doppelrabbinat mit jeweils einem Oberrabbiner für die aschkenasischen und für die sephardischen Juden wurde 1921 von der britischen Mandatsmacht in Israel eingeführt. Zu den Hauptaufgaben gehören die Klärung von Personenstandsfragen, Fragen des Familienrechts sowie der jüdisch-religiösen Speisevorschriften.

Als Aschkenasen bezeichnet man die Nachfahren der west- und osteuropäischen Juden, während die Sepharden Nachfahren der Juden der Iberischen Halbinsel sind. Mit geschätzt 3,5 Millionen Mitgliedern sind die sephardischen Juden eine Minderheit unter den weltweit rund 15 Millionen Juden. kna/ja

Schelach Lecha

Mit der Kraft des Ewigen

Die biblische Erzählung lehrt, dass sich mit Gottvertrauen auch aktuelle Herausforderungen bewältigen lassen

von Rabbiner Salomon Almekias-Siegl  12.06.2026

Talmudisches

Spiel des Lebens

Was unsere Weisen über Fußball lehrten

von Avi Frenkel  12.06.2026

Fußball-WM

Darf man einem Kraken glauben?

Was das Judentum über Orakel, Omen und Vorhersagen lehrt

von Rabbiner Dovid Gernetz  11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Interview

»Verbinde dich mit etwas Größerem«

Rabbiner Levi Shmotkin landete mit »Worte fürs Leben« einen Bestseller. Ein Gespräch über die Stärke, sich von Krieg und antisemitischen Bedrohungen nicht lähmen zu lassen

von Detlef David Kauschke  09.06.2026

Beha’alotcha

Macht der Gewohnheit

Die Tora zeigt am Beispiel Aharons, warum die tägliche Pflicht den Menschen wachsen lässt

von Avi Frenkel  05.06.2026

Talmudisches

Geister

Was antike jüdische Überlieferungen über Besucher aus dem Jenseits erzählen

von Rabbinerin Yael Deusel  04.06.2026

München/Jerusalem

Rabbinerkonferenz weist Kritik an deutschen Yad-Vashem-Standorten zurück

Die geplanten Außenstellen von Yad Vashem in Deutschland stoßen auch auf Skepsis. Doch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz warnt davor, die Arbeit der Gedenkstätte zum Gegenstand politischer Abrechnungen zu machen

 31.05.2026

Bonn

»Es ist ein Bruch eingetreten.«

Rabbiner Andreas Nachama betonte, dass Jüdinnen und Juden immer weiter in eine »Defensivposition« gebracht würden. Eine Studientagung des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lotete aus, wie es anders gehen könnte

von Leticia Witte  31.05.2026