Meinung

Zionistische Rosawäscher

Ob beim Christopher Street Day (CSD) oder bei der Queer Israeli Movie Night: Jüngst war eine Initiative namens »Berlin against Pinkwashing« sehr aktiv. Sie behauptet, Israel unterdrücke nur deswegen keine Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT), »um von den Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten abzulenken«.

homophobie Diese Theorie, Unterdrücker würden sich homofreundlich geben, um ihr Schurkendasein zu verbergen, ist im Kern antisemitisch. So verbreitet die Gruppe »Berlin against Pinkwashing« in Videos die Propagandalüge, Israel lasse Palästinenser verhungern. Und sie verharmlost mit der Behauptung, Israel sei ein »Apartheidregime« das rassistische Regime Südafrikas. Es wurden auch schon oft Treffen mit israelischen LGBT-Gruppen verhindert, nur weil ihre Mitglieder Israelis sind. Und beim Berliner CSD wurde Yakov Hadas-Handelsman, Israels Botschafter in Deutschland, einfach niedergeschrien.

Warum sorgen sich diese Aktivisten ausgerechnet um die Rechte von Homosexuellen in Israel? Natürlich gibt es auch im jüdischen Staat Probleme mit Homophobie. Auf schreckliche Art und Weise zeigte dies im letzten Jahr die Ermordung der 16-jährigen Shira Banki auf der Regenbogenparade in Jerusalem durch einen ultraorthodoxen Extremisten. Während aber beispielsweise im Iran Schwule zum Tode verurteilt werden und in Ägypten und Tunesien unmenschliche Analuntersuchungen zur Strafverfolgung von Homosexualität durchgeführt werden, gewährt Israel Homo-, Bi- und Transsexuellen sehr weitgehende Rechte: etwa die Adoption eines Kindes durch gleichgeschlechtliche Paare oder das Verbot institutioneller Diskriminierung im Militär.

hinterhalt Hinter dem Vorwurf des Pinkwashings steckt das Bild des hinterhältigen und verschwörerischen Juden. Diese jahrhundertealten Stereotype werden heute häufig auf den Staat Israel bezogen. Juden wird bei allem, was sie anstellen, eine böse Absicht unterstellt: Machen sie etwas Böses, ist es offen böse; machen sie etwas Gutes, ist es hinterhältig böse.

Der jüdische Staat wird von Antisemiten gehasst, egal wie er sich verhält. Dass ihm ausgerechnet im Namen der Menschenrechte vorgeworfen wird, Rechte für Schwule und Lesben nur aufgrund einer Ablenkungsstrategie zu gewähren, ist wohl der absurdeste Trick der antisemitischen Umwegkommunikation.

Der Autor ist freier Journalist und lebt in Frankfurt am Main.

Babyn Jar

Sie alle hatten einen Namen

In der Schlucht bei Kyjiw ermordeten deutsche Täter am 29. und 30. September 1941 innerhalb von zwei Tagen rund 34.000 Jüdinnen und Juden

von Andreas Albrecht  29.09.2026

Deutschland

Elif Eralp war Mitglied der linksextremistischen Roten Hilfe

Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin

 29.09.2026

Sachsen-Anhalt

AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl

Ob es dann tatsächlich für eine Mehrheit reicht, ist offen. Die Debatte über ein AfD-Verbotsverfahren nimmt derweil wieder Fahrt auf

 29.09.2026 Aktualisiert

Österreich

Israelische Familie wegen Herkunft nicht bedient?

An einem Imbissstand im Salzburger Land wurden Touristen mutmaßliche Opfer antisemitischer Diskriminierung

 29.09.2026

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  29.09.2026

UNO

Francesca Albanese korrigiert umstrittene Holocaust-Aussage

In einem Interview hatte die Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete behauptet, Juden seien in Konzentrationslagern auf dem Weg in die Gaskammern als »Muslime« bezeichnet worden

 29.09.2026

Washington D.C.

Sanktionserleichterungen für Iran? Trump dementiert Bericht

Wie geht es weiter im US-Krieg gegen den Iran? Im Gespräch sollen Sanktionserleichterungen für Teheran sein. Der US-Präsident bestreitet das

 29.09.2026

Berlin

Berliner Linke gerät wegen weiterer Clan-Kontakte unter Druck

Welche Großfamilie war noch auf der Wahlparty der linken Wahlgewinner vertreten?

 29.09.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD sprechen ab Donnerstag

Nach dem Willen von Grünen und SPD soll es sich um ein »gemeinsames Vorgespräch« zur Verständigung bei dem zuletzt heftig diskutierten Thema Antisemitismus handeln

 29.09.2026