Justiz

Zeugen im Ofarim-Prozess: Keine antisemitischen Rufe gehört

Gil Ofarim im Saal des Landgerichts in Leipzig Foto: picture alliance / REUTERS

Im Prozess gegen den Musiker Gil Ofarim wegen Verleumdung und falscher Verdächtigungen haben am Dienstag weitere Augenzeugen ausgesagt. Die beiden Geschäftsleute gaben vor dem Landgericht Leipzig an, keine antisemitischen Bemerkungen in einem Leipziger Hotel wahrgenommen zu haben. Auch an die Kleidung oder den Schmuck des Angeklagten könnten sie sich nicht erinnern.

Anfang Oktober 2021 hatte der Musiker in einem Instagram-Video schwere Antisemitismusvorwürfe gegen einen Manager des Leipziger Hotels erhoben. Ofarim solle seinen Davidstern abnehmen, erst dann dürfe er einchecken, soll der Mann nach Darstellung des Sängers gesagt haben. Nach umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgte jedoch eine Anklage gegen Ofarim selbst. Das Verfahren gegen den Hotelmanager wurde eingestellt.

Die beiden Zeugen berichteten, dass sich in der Hotellobby an dem besagten Tag eine Warteschlange am Check-in wegen technischer Probleme gebildet hatte. Weil sie Stammgäste gewesen seien, waren ihre Schlüsselkarten aber bereits vorbereitet und sie wurden vorgezogen. Darüber habe sich ein Gast in der Schlange beschwert, erläuterte ein 46 Jahre alter Geschäftsmann. »Na was ist denn an euch beiden so Besonderes, dass ihr schon die Karten bekommt?«, habe der Gast seiner Erinnerung nach gesagt. Er habe die Person zwar wahrgenommen, wusste zu diesem Zeitpunkt aber nicht, dass es sich um Ofarim handelte, weil er diesen damals nicht gekannt habe.

Der Satz habe vorwurfsvoll und ein wenig beleidigt geklungen. Daraufhin habe sein Kollege dem Gast kurz den Grund erklärt und sie seien auf ihr Zimmer gegangen. Von den massiven Vorwürfen gegen das Hotel und den Folgen hätten beide Männer erst am folgenden Abend aus den Medien erfahren.

Für den Prozess hat das Landgericht bis 7. Dezember noch sieben weitere Termine angesetzt. Am Mittwoch wird unter anderem das forensische Gutachten zu den Videoaufnahmen in der Lobby erwartet.

Rom

Entschädigungsstreit: Italien stärkt ausländische NS-Opfer

Es waren grausame Taten an jenem Juni-Tag 1944, als im griechischen Dorf Distomo SS-Einheiten Zivilisten töteten. Um Entschädigungen wird noch gestritten. Nun hat Italiens höchstes Gericht geurteilt

 21.04.2026

Berlin

Kulturstaatssekretär Friederici muss gehen

Die Vergabe von Fördergeld gegen Antisemitismus sorgt schon länger für Wirbel. Nun hat der Vorgang personelle Konsequenzen

 21.04.2026

München

CSU-Fraktion und jüdische Studenten fordern entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek sagt, Judenhass müsse unabhängig davon bekämpft werden, ob er von rechts, von links oder islamistisch motiviert sei: »Lippenbekenntnisse reichen nicht.«

 21.04.2026

Teheran

Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten

Nach Spionagevorwürfen hatte die iranische Justiz am Montag zwei Männer exekutieren lassen. Nun wird ein weiteres Urteil vollstreckt

 21.04.2026

Berlin

Michael Roth von Podiumsdiskussion an Hertie School ausgeladen

Der SPD-Politiker und Autor sagt, Protest und Widerspruch seien legitim. Problematisch werde es, wenn bereits die Androhung von Störungen ausreiche, um Redner wieder auszuladen

 21.04.2026

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026

Moskau

Israelis nach Zwischenfall an Flughafen wieder freigelassen

Die Festgehaltenen müssen mehrere Stunden lang ohne Zugang zu Essen, Wasser oder Toiletten warten. Israels Außenminister Sa’ar interveniert

 21.04.2026

Budapest

Péter Magyar: Netanjahu müsste bei Einreise festgenommen werden

Der designierte Ministerpräsident Ungarns hatte seinen israelische Kollegen zu einem Besuch eingeladen. Nun erklärt er, was passieren würde, sollte dieser der Einladung folgen

 21.04.2026

Nahost

Vance soll zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen

Die Reise nach Islamabad könnte bereits heute erfolgen. Der Zeitpunkt ist brisant, denn die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus

 21.04.2026