Berlin

Zentralrat für Bundeswehr-Beistand für Israel – FDP skeptisch

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich für einen Beistand der Bundeswehr für Israel ausgesprochen. Die historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit des jüdischen Staates sei zwar nicht rechtlich bindend, sagte Schuster im RND-Interview. Er betonte gleichwohl: »Aber aus meiner Sicht bedeutet das natürlich, dass Deutschland im Falle eines Angriffes in der Größenordnung, wie er aktuell droht, auch militärisch an der Seite des jüdischen Staates steht.«

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, Marcus Faber, sieht einen Einsatz der Bundeswehr im Nahost-Konflikt skeptisch. Deutschland sollte Israel helfen, etwa mit der schnellen Bewilligung von Rüstungsexporten, sagte der FDP-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er fügte aber hinzu: »Die Bundeswehr in Israel wurde nicht angefragt und könnte wenig helfen.«

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»Klares Versprechen«

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hatte zuvor dafür plädiert, die Bundesregierung sollte angesichts der drohenden iranischen Attacke Israel auch militärischen Beistand zur Abwehr anbieten. Das sieht sein Parteikollege Johann Wadephul anders: »Szenarien wie eine militärische Unterstützung stehen nach unserer Kenntnis nicht auf der Tagesordnung. Dafür wäre ohnehin ein Bundestagsmandat vonnöten«, sagte der Unionsfraktionsvize dem RND.

Der SPD-Verteidigungsexperte Andreas Schwarz sagte dem RND: »Bisher liegen keine Anfragen aus Israel vor. Ich gehe aber davon aus, dass die Bundesregierung darauf vorbereitet ist und in dieser Frage mit Israel und den westlichen Verbündeten in Kontakt steht.« Schwarz verwies darauf, dass der Schutz Israels deutsche Staatsräson sei. »Dies ist ein klares Versprechen mit sehr hoher Verantwortung. Im Ernstfall müssen diesen großen Worten auch die entsprechenden Taten folgen.« dpa/ja

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