Paul-Spiegel-Preis

Zentralrat der Juden ehrt Tennis Borussia

Der Fußball-Regionalligist TeBe wird für sein »lange währendes, außergewöhnlich großes Engagement gegen Homophobie, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus« ausgezeichnet. Foto: IMAGO/Andreas Gora

Der Zentralrat der Juden hat dem Berliner Fußball-Regionalligisten Tennis Borussia am Sonntag den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage verliehen. TeBe wird für sein »lange währendes, außergewöhnlich großes Engagement gegen Homophobie, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus« ausgezeichnet, wie der Zentralrat der Juden vor der Preisverleihung mitteilte. Konkreter Anlass sei der Einsatz für den Fonds Cura für Opfer rechter Gewalt.

Zu Beginn der Saison 2021/22 wollte der Fußball-Regionalligist dem Fonds eine Werbefläche auf dem Trikot zur Verfügung stellen. Dies wurde vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) unter Hinweis auf die Spielordnung, wonach »Werbung für politische Gruppierungen und mit politischen Aussagen nicht genehmigt« werde, zunächst abgelehnt.

trikot Schließlich wurde diese Regelung jedoch geändert. Seitdem ist Trikotwerbung gestattet, die diskriminierenden oder verfassungsfeindlichen Bestrebungen entgegenwirkt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch die bundesweite Initiative »Omas gegen Rechts«, die bereits 2020 ausgezeichnet wurde, soll dann geehrt werden, da wegen der Corona-Pandemie keine Preisverleihung stattfinden konnte.

toleranz Die zivilgesellschaftliche und überparteiliche Initiative wurde 2018 in Deutschland nach dem Vorbild der gleichnamigen österreichischen Initiative gegründet. Sie besteht aus rund 100 Regionalgruppen und beteiligt sich an Demonstrationen gegen Antisemitismus und Rassismus und für Toleranz und Menschenwürde. In jüngster Zeit haben sich die »Omas gegen Rechts« stark gegen die verschwörungsideologische Szene engagiert.

Zu den beiden Preisträgern erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster vor der Ehrung: »Über die schwierige außenpolitische Sicherheitslage dürfen die problematischen gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland nicht aus dem Blick geraten. Eine wachsende rechtsextreme Szene, die über das Querdenker-Milieu bis in die Mitte der Gesellschaft reicht, trägt zu einer erheblichen Radikalisierung bei.«

»Wir brauchen eine wache Zivilgesellschaft, die sich mutig den Feinden der Demokratie entgegenstellt. Die Preisträger sind für uns alle Vorbilder.«

Zentralratspräsident Josef Schuster

Die steigende Zahl antisemitischer Straftaten spreche für sich, so Schuster weiter. »Wir brauchen eine wache Zivilgesellschaft, die sich mutig den Feinden der Demokratie entgegenstellt. Die Preisträger sind für uns alle Vorbilder.«

engagement »Mit unserem gesellschaftspolitischen Engagement treffen wir als Fußballverein immer wieder auch auf Widerstände. Umso besser tut es, wenn der Einsatz erfolgreich ist oder wie jetzt durch eine Institution wie den Zentralrat der Juden in Deutschland honoriert wird«, sagte TeBe-Vorstandsmitglied Tobias Schulze.

Der Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage wird seit 2009 vom Zentralrat der Juden in Deutschland in Erinnerung an seinen früheren Präsidenten Paul Spiegel sel. A. und dessen unermüdliches Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie für eine starke Bürgergesellschaft vergeben. 2018 erhielt der niedersächsische Pastor Wilfried Manneke die Auszeichnung. ja/dpa

Ilse Aigner lacht und applaudiert in einer Menschenmenge

Bundespräsidentenwahl

Aigner wird zur Kandidatinnen-Kür in Berlin erwartet

Nach ihrer offiziellen Vorstellung in Berlin reist Ilse Aigner am Montag mit Merz und Söder nach München – zum Festakt für 20 Jahre Hauptsynagoge Ohel Jakob

 08.11.2026

Berlin

Mann ersetzt Deutschlandflagge vor dem Reichstag durch Palästina-Flagge

Ein 22-Jähriger kletterte den fast 30 Meter hohen Mast auf dem Platz der Republik hinauf. Der Staatsschutz ermittelt

 08.11.2026

Ideologie

Wer darf jüdische Geschichte deuten?

Wie das progressive Milieu jüdische Identität neu definiert und Juden zu Privilegierten und Unterdrückern erklärt

von Gunda Trepp  08.11.2026

Kirsten Fehrs

Regierungsbildung in Berlin

EKD-Ratsvorsitzende fordert klare Abgrenzung von Antisemiten

Der Umgang der Linken mit ihrer Abgeordneten Vanessa Emde sorgt seit Wochen für Diskussionen. Welche Maßstäbe legt die EKD bei Antisemitismus an Parteien an?

 08.11.2026

Antisemitismus

»WerteInitiative« startet Kampagne gegen Judenhass

Antisemitismus als Chamäleon: Der Verein WerteInitiative will mit einer neuen Medienkampagne auf blinde Flecken beim Kampf gegen Judenhass aufmerksam machen

 08.11.2026

Josef Schuster

EKD-Synode

Zentralratspräsident: 9. November mahnt zu Widerspruch

Antisemitische Witze, rassistische Sprüche – auch im Bekanntenkreis sollte das aus Sicht von Zentralratspräsident Schuster nicht unwidersprochen bleiben. Der Würzburger Bischof Jung sieht Kirchen in der Verantwortung

 08.11.2026

München

20 Jahre jüdisches Leben im Herzen Münchens: Synagoge Ohel Jakob

Das Judentum ist seit 20 Jahren wieder mitten in der bayerischen Hauptstadt verankert

von Christiane Ried  08.11.2026

Bankenviertel in Riad

Konflikt mit Saudi-Arabien

Huthi greifen Wolkenkratzer im Zentrum von Riad an

Die fast täglichen Angriffe der Huthi hinterlassen große Kratzer am Image Saudi-Arabiens als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus. Jetzt wird der Geschäftsbezirk von Riad getroffen

 08.11.2026

Vanessa Emde

Regierungsbildung in Berlin

Linke Emde weist Rückzugsforderung des Vorstands zurück

Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde soll ihr Mandat im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgeben, so fordert es der Landesvorstand. Jetzt äußert sich Emde dazu – mit einer klaren Antwort

 08.11.2026