Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Das Leo-Baeck-Haus in Berlin ist der Hauptsitz des Zentralrats der Juden. Foto: Marco Limberg

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir mit scharfen Worten kritisiert. »Das Verhalten von Itamar Ben-Gvir ist beschämend und verantwortungslos«, schrieb die Organisation mit Sitz in Berlin am Donnerstag in den sozialen Medien. »Es steht diametral zu jüdischen Werten und schadet Israels Ansehen.«

Der rechtsextreme Politiker Ben-Gvir hatte am Mittwoch ein Video veröffentlicht, das den Minister mit einer Gruppe Anhänger und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Gaza-Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod zeigt. »Willkommen in Israel, wir sind hier die Hausherren«, ruft er auf dem Video, auf dem er die Aktivisten auch verspottet.

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Israels Außenministerium meldete in der Nacht zuvor den vollständigen Stopp der aus 51 Booten bestehenden Gaza-Hilfsflotte. Alle 430 Aktivisten seien auf israelische Schiffe gebracht worden.

Das Video sorgt weltweit für Empörung. Die Vertreter mehrerer Staaten verurteilten Ben-Gvir und Premierminister Benjamin Netanjahu ging auf Distanz zu seinem Minister. Auch in den jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels ist die Kritik groß.

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Neben dem Zentralrat veröffentlichte unter anderem auch die Europäische Rabbinerkonferenz ein Statement. Darin wird das Verhalten Ben-Gvirs als »schändlich« verurteilt. »Solche Vorfälle schaden der moralischen Glaubwürdigkeit Israels und verleihen jenen, die den Terror unterstützen, unverdiente Legitimität.« ja/dpa

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