Iran hat die vergangenen zwei Monate offenbar zur Vorbereitung auf eine mögliche weitere Eskalation genutzt. Gleichzeitig beobachtet Israel nach eigenen Angaben eine engere Abstimmung zwischen der palästinensischen Terrororganisation Hamas, der Hisbollah und Teheran.
Auslöser für die neue Einschätzung sind unter anderem Erkenntnisse arabischer Geheimdienste, wonach sich die iranische Führung strategisch neu ausgerichtet hat. Einem Bericht des »Wall Street Journal« zufolge soll Teheran während der 60-tägigen Frist eines mit Washington vereinbarten Memorandums für den Fall eines erneuten militärischen Konflikts vorgesorgt haben.
Iranische Stellen gingen offenbar davon aus, dass auch die USA die Vereinbarung lediglich als Zeitgewinn betrachteten und einen weiteren Angriff vorbereiteten. Laut Bericht wurden deshalb die Produktion von Raketen und Drohnen hochgefahren und Hardliner auf wichtige Positionen gesetzt.
Großer Konflikt
Die im Memorandum festgelegte 60-Tage-Frist läuft nun aus. Arabische Geheimdienstvertreter sprechen von einem »strategischen Wandel« innerhalb der iranischen Führung. Ziel sei es demnach, die eigenen Streitkräfte für eine Ausweitung des Krieges in Stellung zu bringen.
In Iran selbst soll die Erwartung eines neuen großen Konflikts ebenfalls verbreitet sein. Der in Teheran ansässige Verteidigungsanalyst Mohammad Hassan Sangtarash sagte dem WSJ zufolge, dort herrsche weithin die Ansicht, dass der eigentliche Krieg »noch gar nicht begonnen hat«.
Parallel zu den Entwicklungen im Iran registriert die israelische Armee laut einem Bericht der »Jerusalem Post« eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Hamas und Hisbollah. Nach Einschätzung der IDF unterstützt Teheran diese Koordination. Israel befürchtet, dass dadurch ein bereits geschwächtes Bündnis gegen den jüdischen Staat wieder aufgebaut werden soll.
Drohnenangriff der Hisbollah
Besonders an der sogenannten Ali-Taher-Höhe im Südlibanon hat sich die Lage nach Angaben des Militärs zugespitzt. Dort versuchen Hisbollah-Terroristen demnach herauszufinden, wo israelische Truppen stationiert sind und wann sie sich bewegen. Am Samstagmorgen setzte die Terrororganisation nach israelischen Angaben eine Drohne mit Glasfaserkabel-Steuerung ein. Drei Soldaten der Spezialeinheit Jahalom wurden verletzt.
Die israelischen Streitkräfte (IDF) gehen zudem davon aus, dass die Hisbollah versucht, Kämpfer zu versorgen, die in unterirdischen Anlagen festsitzen. Israelische Einheiten suchen nach den Tunneln, versteckten Versorgungswegen und weiteren Aktivitäten der Terrororganisation, um deren Infrastruktur zu zerstören.
Ein ranghoher israelischer Militärvertreter erklärte mit Blick auf die eingeschlossenen Kämpfer: »Wer aus dem Untergrund kommt und sich ergibt, wird in Israel verhört. Wer dort bleibt, wird entweder sterben oder von uns getötet.« im