Berliner Senat

Zentralrat begrüßt Initiative für Runden Tisch

Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: Marco Limberg

Am Donnerstag hat in Berlin zum ersten Mal der Runde Tisch zu antisemitischer Gewalt getagt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt diese Initiative des Berliner Senats ausdrücklich.

Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, Daniel Botmann, der an der ersten Sitzung des Runden Tisches teilgenommen hat, erklärte: »Kein Bürger dieser Stadt darf es hinnehmen, dass Teile Berlins zu No-Go-Areas für Juden werden. Gerade die Hauptstadt Deutschlands sollte ein Vorbild sein für Weltoffenheit und Toleranz. In Berlin leben Hunderte von Kulturen und Religionen zusammen. Ohne Respekt kann diese Stadt nicht existieren.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

STRAFRECHT Auch auf Gesetzesebene müsse nachgebessert werden. Es sei überfällig, Antisemitismus als strafverschärfendes Motiv ins Strafrecht aufzunehmen.

In der Hauptstadt war es in jüngster Zeit vermehrt zu antisemitischen Angriffen gekommen. Für Juden stelle sich zunehmend die Frage, wie sicher sie sich in Berlin fühlen können.

»Kein Bürger dieser Stadt darf es hinnehmen, dass Teile Berlins zu No-Go-Areas für Juden werden«, betont Zentralratsgeschäftsführer Daniel Botmann.

Der Runde Tisch solle anlassbezogen zu einem schnellen Informationsaustausch beitragen, hieß es in einer Pressemitteilung des Senats Anfang August. »Berlin muss beim Kampf gegen den Antisemitismus eine Vorreiterrolle einnehmen«, sagte Innenstaatssekretär Torsten Akmann damals. Mitte August hatte die Berliner Polizei einen eigenen Antisemitismusbeauftragten vorgestellt.

An dem Runden Tisch sollen neben Zentralratsgeschäftsführer Daniel Botmann, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und weiteren jüdischen Organisationen auch Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und der Sicherheitsbehörden teilnehmen.

FELIX KLEIN In einem Interview mit dem »Tagesspiegel« hatte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, härtere Strafen für antisemitische Straftaten gefordert. Der Paragraf im Strafgesetzbuch, nach dem Taten aus rassistischen und fremdenfeindlichen Motiven besonders schwer zu ahnden sind, müsse erweitert werden, sagte Klein. »Denn Antisemitismus ist eine besondere Form der Diskriminierung, keine Unterkategorie von Rassismus.« Klein zufolge war nach den NSU-Morden ein entsprechender Paragraf in das Strafgesetzbuch aufgenommen worden.

Es sei überfällig, Antisemitismus als strafverschärfendes Motiv ins Strafrecht aufzunehmen, fordern der Zentralrat und Felix Klein.

Mit einer Erweiterung des Paragrafen werde auch ein »politisches Zeichen« gegen solche Taten gesetzt, argumentierte er. Ferner bräuchte es mehr Personal, das zudem besser geschult sein müsse. »Polizei und Staatsanwaltschaft müssen endlich in die Lage versetzt werden, diese Fälle wirklich zu verfolgen, und zwar schnell.«

attacken Immer wieder werden Juden Opfer antisemitischer Attacken. Bei einem antisemitischen Angriff wurde ein 21-Jähriger am Montagmorgen in Berlin verletzt. Der junge Mann hatte sich mit drei gleichaltrigen Freunden vor einem Klub am Warschauer Platz auf Hebräisch unterhalten. Dies hatte ein anderer Mann gehört. Dieser sei dann auf den 21-Jährigen zugegangen und habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, erklärte die Polizei.

Mitte August griffen zwei Menschen in Berlin einen wegen seiner Kleidung als Jude erkennbaren Mann an. Ende Juli war ein Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden – vor den Augen seines Kindes.  ja

Berlin

Evers attackiert Eralp wegen Antisemitismus bei Linken

Am Sonntag wird das Abgeordnetenhaus in Berlin neu gewählt. Kurz vor der Entscheidung treffen die Spitzenkandidaten im RBB aufeinander. Auch der Nahost-Konflikt und Antisemitismus spielten eine Rolle

 17.09.2026

Judenhass

Angriff auf Rabbiner

Was bislang bekannt ist

 17.09.2026

Washington D.C.

Vance: Iran-Krieg tritt in wenigen Monaten in neue Phase ein

Was wollen die USA in der nächsten Phase des Krieges erreichen?

 17.09.2026

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 17.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  16.09.2026

Bern

Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

Der Schweizer Nachrichtendienst gibt die Josef-Mengele-Akte frei, darin finden sich jedoch nach wie vor viele geschwärzte Stellen

von Nicole Dreyfus  16.09.2026

Unterstützer der Huthi-Miliz demonstrieren in Sanaa, 11. September

Vormarsch der Huthi-Miliz

Angst vor Eskalation auf der Arabischen Halbinsel

Die Huthi-Miliz gräbt sich wohl an der wichtigen Meeresenge Bab al-Mandab ein. Saudi-Arabien warnt vor einer Geiselnahme der Weltwirtschaft

von Christoph Meyer, Ramadan Al-Fatash  16.09.2026

Jubiläum

Jüdischer Landesverband Sachsen feiert 100-jährige Geschichte

Rund 20.000 Jüdinnen und Juden haben vor dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen gelebt. Bereits vor 100 Jahren wurde eine jüdische Interessenvertretung gegründet

 16.09.2026

Tel Aviv

Omer Shem Tov: 505 Tage Gefangenschaft, Hunger und Einsamkeit

»Wegen der Angst konnte ich nicht atmen«, sagt die frühere Geisel über die 50 Tage, in denen er in völliger Dunkelheit leben musste

 16.09.2026