Justiz

Gericht bestätigt Verbot der Parole »From the river to the sea«

Im Justizzentrum am Wall ist unter anderem das Bremer Verwaltungsgericht untergebracht. Foto: picture alliance/dpa

Das Verwaltungsgericht Bremen hat das Verbot der Parole »From the river to the sea« für eine pro-palästinensische Kundgebung für rechtmäßig erklärt. Die Klage einer Demo-Initiatorin gegen die versammlungsrechtliche Auflage wurde somit abgewiesen, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Die Richter erachteten den Slogan in diesem Fall als Kennzeichen terroristischer Organisationen wie der Hamas und des verbotenen islamistischen Vereins »Samidoun«. Die Verwendung solcher Kennzeichen sei strafrechtlich verboten.

In dem Verfahren ging es laut Urteilstext um eine Mahnwache, die von Mai bis Juni 2024 sechs Mal in Bremen stattfinden sollte. »Bei lebensnaher Betrachtung« sei davon auszugehen, dass mit der Parole die Auslöschung Israels und die Vertreibung der dort lebenden Juden gefordert werde, heißt es in der Urteilsbegründung. Überdies erfülle deren Verwendung in diesem Fall den Straftatbestand der Billigung von Straftaten, nämlich des Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

Keine alternativen Deutungsmöglichkeiten

Soweit die Klägerin die Auffassung vertrete, die Parole sei allgemein und es lasse sich ihr nicht entnehmen, wie Palästina befreit werden solle, »könne dem nicht gefolgt werden«, heiß es weiter. Zwar sei im Falle mehrdeutiger Meinungsäußerungen die für den Urheber günstigste Deutung zugrunde zu legen. Dies setze aber überhaupt das Vorhandensein einer vertretbaren alternativen Deutungsmöglichkeit voraus. Die Klägerin habe sich nicht erkennbar von den terroristischen Vereinigungen distanziert, die sich den Spruch zu eigen gemacht haben.

Lesen Sie auch

Das Gericht räumte ein, dass die Rechtsprechung mit Blick auf die Parole nicht einheitlich sei. Die Frage, in welchem Fall sie strafbar ist oder nicht, sei von Verwaltungs- und Strafgerichten bisher unterschiedlich beantwortet worden. Die Kammer habe daher die Berufung zum Oberverwaltungsgericht und die Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen. epd

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

 30.10.2026

Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

 30.10.2026

Meinung

Elif Eralp und der »Spiegel«: Alles nur eine böse rechte Kampagne!

Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

von Wiebke Hollersen  30.10.2026

Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

 30.10.2026

Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026