Umbenennung

Yad-Vashem-Straße in Berlin: Wegner will schnelle Umsetzung

Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, macht sich für ein zügiges Tempo bei der Benennung einer Yad-Vashem-Straße stark. Foto: picture alliance/dpa

In Berlin-Mitte soll ein Straßenabschnitt in unmittelbarer Nähe zum Reichstagsgebäude und dem Brandenburger Tor in Yad-Vashem-Straße umbenannt werden. Dies würde ein »sichtbares Zeichen im politischen Zentrum Deutschlands« setzen, erklärte der Vorsitzende des Freundeskreises Yad Vashem, der frühere »Bild«-Chefredakteur Kai Diekmann, am Donnerstag. Der Verein hat eigenen Angaben zufolge die Initiative Anfang 2024 angestoßen.

Die Bau- und Raumkommission des Bundestags habe am Mittwochabend eine entsprechende Empfehlung an den Ältestenrat ausgesprochen, bestätigte eine Sprecherin des Bundestags dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag auf Anfrage. Die Bitte, mit welcher sich nun der Ältestenrat final befassen wird, ist laut der Sprecherin vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ausgegangen.

»Ohne unnötige Verzögerungen«

Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) begrüßte die Initiative und zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Ältestenrat der Empfehlung anschließen werde. »Das unverrückbare Bekenntnis zur Sicherung jüdischen Lebens in unserem Land ist wichtiger denn je«, sagte Nouripour.

Im Beschluss heißt es, der Berliner Senat sowie der Bezirk Mitte würden bei der Einleitung der erforderlichen Maßnahmen zur Straßenumbenennung durch den Deutschen Bundestag »positiv begleitet«. Der »Tagesspiegel« berichtet, der Beschluss sei frühestens im Mai 2026 umzusetzen. Der Regierende Bürgermeister Wegner sagte dem Blatt, er hoffe »zeitnah auf einen positiven Beschluss durch den Bezirk«.

Ein schnelles Verfahren forderte auch der Freundeskreises Yad Vashem. Der Vorsitzende Dieckmann erklärte, der Prozess müsse »ohne unnötige Verzögerungen abgeschlossen« und der empfohlene Beschluss »zeitnah wirksam« werden.

Neben Bundestags-Gebäude

Konkret soll demnach ein Teilabschnitt der Dorotheenstraße zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Wilhelmstraße neben dem Jakob-Kaiser-Haus des Bundestages nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte benannt werden.

Yad Vashem wurde 1953 vom israelischen Parlament als Weltzentrum der Dokumentation des Holocausts in Jerusalem gegründet. Den deutschen Freundeskreis Yad Vashem gibt es seit 1997. Seinen Sitz hatte er zunächst in Frankfurt am Main und mittlerweile in Berlin.

Ziel des Vereins ist es eigenen Angaben zufolge, die Expertise der internationalen Holocaust-Gedenkstätte im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. epd

Shelly Meyer

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