Bayern

»Wir sind zutiefst erschüttert«

Große Synagoge Augsburg Foto: dpa

Im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben und in der Augsburger Großen Synagoge sind judenfeindliche Schmierereien entdeckt worden. Mitarbeiter hätten bereits Ende Mai ein Hakenkreuz sowie die Worte »Arbeit macht Frei« auf einem Plakat in der aktuellen Installation zum Pessachfest entdeckt, teilte das Museum am Donnerstag in Augsburg mit.

Zudem habe es rechtsextremistische und antisemitische Einritzungen im Gestühl der Frauenempore in der Synagoge gegeben. »Diese stellen eine unvorstellbare Respektlosigkeit und einen Angriff auf die Gefühle der Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde dar«, hieß es. »Wir sind zutiefst erschüttert.«

RIAS Das Museum hat nach eigener Auskunft in Absprache mit der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Schwaben-Augsburg die Schmierereien und Einritzungen sowohl der Polizei und den Medien als auch der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern gemeldet. »Wir hoffen, dass dies dazu beiträgt, die Öffentlichkeit gegenüber Rechtsextremismus und Antisemitismus zu sensibilisieren«, teilte die Einrichtung mit.

Das beschmierte Plakat habe die Polizei als Beweismittel mitgenommen, das Museum einen Ersatz aufgehängt. Das Synagogengestühl werde ein Restaurator reparieren. Zudem erklärte das Museum, zusammen mit der IKG werde man neue Strategien im Umgang mit solchen Vorfällen sowie Maßnahmen zur Prävention entwickeln.  kna/ja

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026

Lettland

Deutsche Städte gedenken der nach Riga deportierten Juden

1941/42 wurden mehr als 25.000 Juden aus Deutschland und Österreich zur Vernichtung in die lettische Hauptstadt deportiert. Daran gedachten nun Vertreter aus 30 deutschen Städten

 03.07.2026

Karlsruhe

Waffen für Hamas? Verdächtiger nach Deutschland überstellt

Seit Monaten geht die Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Hamas-Anhänger vor, die Waffen für die Organisation geschmuggelt haben soll. Ein weiterer Beschuldigter ist jetzt in deutscher U-Haft

 03.07.2026

Iran

Wollte Israel iranische Unterhändler töten?

Wie die »New York Times« berichtet, fürchtete die Trump-Administration bei den Iran-Verhandlungen die gezielte Tötung der iranischen Delegierten Abbas Araghchi und Mohammad Bagher Ghalibaf durch Israel

 03.07.2026