Schalom Aleikum

»Wir machen weiter«

Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (CDU) Foto: Gregor Zielke

Das jüdisch-muslimische Dialogprojekt des Zentralrats der Juden »Schalom Aleikum« wird um zwei Jahre verlängert. Das gab Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Integration und Integration, am Sonntag beim Gemeindetag des Zentralrats der Juden bekannt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Projekt wurde im Mai 2019 zur Prävention von Antisemitismus durch den Zentralrat initiiert und durch die Integrationsbeauftragte gefördert, die ab Januar 2020 die Mittel für die beiden kommenden Jahre bereitstellt. »Ich bin davon überzeugt davon, dass unser Projekt Strahlkraft weit in die Zivilgesellschaft entfaltet«, sagte sie: »Machen wir einfach weiter. Wir brauchen diesen Dialog und wir brauchen ein entschlossenes Handeln.«

Bilanz Die Staatsministerin zog auf dem Gemeindetag eine positive Bilanz des Projekts: »Ich denke, wir können hoch zufrieden sein und an einem Tag wie diesem auch ein wenig stolz«, sagte sie. »Bundesweit haben Juden und Muslime das gemeinsame Gespräch gesucht, und sie habe es gefunden«, so  Widmann-Mauz. Jüdische und muslimische Schüler, Studenten, Rabbiner; Lehrer, Unternehmer, Rabbiner und Imame hätten sich getroffen, miteinander diskutiert und Vorurteile hinterfragt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, dankte Widmann-Mauz  für die weitere Förderung des Projekts. »Ich finde es hervorragend, und ich bin mir sicher, dass diese ersten Schritte, die wir in den letzten sieben Monaten gegangen sind, in den nächsten zwei Jahren erfolgreich fortsetzen können«, erklärte Schuster.

Vorfälle Zentralratsgeschäftsführer Daniel Botmann hatte zuvor gesagt, der jüdisch-muslimische Dialog sei ein Thema, das mitunter polarisiere – unter anderem auch vor dem Hintergrund, dass bei vielen Vorfällen in Schulen jüdische Schüler von muslimischen Mitschülern diskriminiert würden. »Wir sind weder blind oder naiv«, sagte Botmann. »Es sind nicht Juden, die Muslime angreifen. Dennoch strecken wir die Hand aus zum Dialog.«

Der Dialog finde bewusst nicht zwischen Funktionären statt, unterstrich Botmann: »Nicht Verbände sprechen miteinander. Hier geht es tatsächlich um den Dialog zwischen Menschen an der Basis. Und das Konzept geht auf.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mittagessen Verständigung zwischen jüdischen und muslimischen Kindern kann nämlich schon am Mittagstisch beginnen. Klingt eigentlich ganz einfach. Und in der Jüdischen Gemeinde Würzburg ist das bereits seit vielen Jahren Realität. Denn jeden Mittag kommen etwa 50 Schüler zur Nachmittagsbetreuung ins Gemeindezentrum »Schalom Europa«, wo sie Mittag essen, gekocht in einer koscheren Küche: »Von den Schülern haben wir einen überproportionalen großen Anteil muslimischer Schüler«, sagt Josef Schuster, denn die Eltern wüssten, »wo es koscher ist, ist es auch halal«.

Wie man auch jüdische und muslimische Erwachsene an einen Tisch im übertragenen Sinne bringt, darum ging es am Sonntagvormittag in der Session »Was nun Schalom Aleikum? Perspektiven des jüdisch-muslimischen Dialogs«.

reality Check Moderiert von Sabena Donath sprachen Zentralratspräsident Josef Schuster, Staatsministern Annette Widmann-Mauz, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern Markus Kerber und Gökay Sofuoglo miteinander über Herausforderungen und Reality Checks im Dialog der Religionen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

So gingen sie beispielsweise der Frage nach: Wer ist der richtige Ansprechpartner in der muslimischen Community? Wie offen ist die Gemeinschaft für Dialogprojekte? Und ist eine persönliche Begegnung von jüdischer und muslimischer Seite überhaupt gewünscht?

A und O Alle waren sich einige, dass das A und O die persönliche Begegnung sei. Denn, so formulierte es Annette Widmann-Mauz, die beste Aufklärungsmaßnahme wirke nicht so gut, als wenn Menschen Erfahrungen machen.

Genau dort möchte »Schalom Aleikum« ansetzen. Bereits zum Auftakt des Projektes im Juli 2019 trafen sich jüdische und muslimische Start-up-Unternehmerinnen und Unternehmer. Der Beruf neben der Religion sei, wie Markus Kerber betonte, ein Punkt von besonderer Wichtigkeit für die Identität, denn »wir sind viel mehr als nur eine Dimension«. Juden und Muslime seien neben ihrer Religion eben auch Berufstätige. Dass diese Einsichten, Entwicklungen und Begegnungen vielleicht nicht von heute auf morgen passieren, so realistisch muss man sein, ist klar: Aber wie Annette Widmann-Mauz sagte: »Dialog braucht Zeit.«

Krieg gegen Iran

Großbritannien verlegt Eurofighter nach Katar

Mit der anfänglichen Ablehnung des amerikanisch-israelischen Vorgehens gegen den Iran hatte Premier Keir Starmer den Zorn von US-Präsident Trump auf sich gezogen. Nun weicht er seine Position weiter auf

 05.03.2026

Pforzheim

Antisemitismus im Wahlkampf: »Schabbat schalom, jetzt gibt’s AfD«

In einem Video verkleidet sich der AfD-Lokalpolitiker als »orthodoxer Jude« und bückt sich nach Geld auf der Straße. Inzwischen ist sein Kanal mit mehr als 30.000 Followern gelöscht, die AfD hat ein Auschlussverfahren eingeleitet. Die Jüdische Allgemeine hat sich die Clips genau angesehen

 05.03.2026

Nahost

Iran greift Golfstaaten an

Mehr als 1.000 mutmaßlich iranische Drohnen wurden in den vergangenen Tagen allein von den Vereinigten Arabischen Emirate entdeckt. Auch im Irak gab es Einschläge. Ein Ende der Angriffe ist bisher nicht in Sicht

 05.03.2026

Erlebnisbericht

Und dann war Krieg

Aufgrund des Krieges saß die Aktivistin und FDP-Politikerin Karoline Preisler in Israel fest. »In Tel Aviv wurde jedes Telefonat, jede E-Mail, jede Dusche und jede Mahlzeit von Alarmen unterbrochen.«

von Karoline Preisler  05.03.2026

Iran

Schah-Sohn attackiert mögliche Ajatollah-Nachfolger

Der einflussreiche iranische Oppositionspolitiker Pahlavi erklärt die Suche nach einem neuen Religionsführer für aussichtslos. Der 65-Jährige bringt sich erneut als Übergangsfigur ins Spiel

 05.03.2026

Paris

Frankreich erlaubt USA beschränkte Nutzung von Militärbasen

Paris lässt zu, dass US-Flugzeuge zeitweise französische Stützpunkte nutzen. Es geht aber nicht etwa um Basen am Golf, sondern in Frankreich. Und es gibt klare Bedingungen

 05.03.2026

Brüssel

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran

 05.03.2026

Teheran

Sicherheitsbedenken im Iran vor Beisetzung von Khamenei

Die iranische Führung zögert mit der Beisetzung von Religionsführer Chamenei. Grund ist ein hohes Sicherheitsrisiko

 05.03.2026

Bewaffnete Konflikte

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Ukraine-Konflikt aus?

Der Krieg im Nahen Osten hat Implikationen für Russlands Invasion in der Ukraine. Moskau und Kiew bekommen dabei die Folgen auf unterschiedliche Weise zu spüren

von André Ballin, Andreas Stein  05.03.2026