Kiel

Windräder und Nahostkonflikt

Reuven Rivlin in Kiel Foto: dpa

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat die Herzen der Jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein im Sturm erobert. »Rivlin ist das Musterbild eines demokratischen Politikers, offen und ehrlich«, schwärmte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region, Igor Wolodarski, nach einem Gespräch mit dem Präsidenten, der sich am Mittwoch in Kiel mit der Landesregierung traf, an der Christian-Albrechts-Universität über den Nahost-Konflikt diskutierte und sich bei »Thyssen Krupp Marine Systems« das neue israelische U-Boot »Rahav« anschaute.

»Wir freuen uns, dass Israel einen solchen Präsidenten hat«, sagte Wolodarski. Er nahm auf Einladung von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) an einem Essen für den Ehrengast im Kieler Yacht-Club teil. »Ich habe mit dem Präsidenten kurz über die Juden in Schleswig-Holstein geredet. Das war ein sehr guter Tag für uns, für die Stadt Kiel und das Land Schleswig-Holstein.«

Windrad Einen guten Eindruck hinterließ der Staatspräsident nicht nur bei der Jüdischen Gemeinde. Im fast menschenleeren Kieler Regierungsviertel – mehrere Ministerien und der Landtag hatten ihre Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen beurlaubt – sprachen Rivlin und Albig über die Zukunft der Windenergie. Dieses Thema hatte der Präsident vorgeschlagen, weil ihm beim Hubschrauberflug über Schleswig-Holstein die vielen Windkraftanlagen aufgefallen waren. Albig verwies darauf, dass Schleswig-Holstein das Windland Nummer eins in Deutschland sei.

An der Uni ging der Präsident auf den Nahost-Konflikt ein. Er betonte vor 120 Studenten und 40 Wissenschaftlern, dass es auf der ganze Erde für Juden nur eine Heimat gebe, nämlich Israel. Dort sollten nach seinen Vorstellungen Juden, Christen und Muslime friedlich zusammenleben. »Das ist eine Vision«, sagte der Staatspräsident.

zweistaatenlösung Eine Zweistaatenlösung lehnte er ab. Die Folge wäre ein starker israelischer und ein schwacher palästinensischer Staat. Rivlin bekam zum Auftakt und beim Abschluss der Diskussionsrunde großen Beifall.

Der Staatspräsident bedankte sich für den herzlichen Empfang in Kiel: »Heute sehen wir, wie sich die enge Freundschaft zwischen Israel und Deutschland nicht nur auf Berlin beschränkt, sondern ihren Ausdruck quer über das gesamte Land findet.«

Alle Besuchsstationen waren abgesperrt. Weit mehr als 1000 Polizisten sorgten dafür, dass der Staatspräsident zwischen Ankunft und Abflug in Holtenau sechs Stunden sicher in der Landeshauptstadt unterwegs war.

Washington

USA verschärfen Reisewarnung: »Unvorhergesehene Eskalation« möglich

Angesichts der wieder zunehmenden Spannungen im Mittleren Osten ruft das Außenministerium US-Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf

 02.09.2026

Medien

Unabhängige Prüfung der Nahost-Berichterstattung der Deutschen Welle gefordert

Nach Ansicht des Verbandes Jüdischer Journalistinnen und Journalisten (JJJ) gibt es insbesondere bei den Social-Media-Angeboten des Auslandssenders wiederholt journalistisch problematische Darstellungen

 02.09.2026

London

Antisemitischer Angriff auf jüdische Schüler: Frau erhält Bewährungsstrafe

Die Verurteilte hatte vor einer jüdischen Schule in Stamford Hill Kinder und eine Mutter antisemitisch beschimpft und anschließend den Vater eines Schülers angegriffen

 02.09.2026

Washington

USA beschlagnahmen Kryptowährungen und Online-Infrastruktur von Hamas

Die US-Behörden gehen weiter gegen die digitale Finanzierung der palästinensischen Terrororganisation vor

 02.09.2026

Tino Chrupalla, Bundesvorsitzender der AfD, spricht bei dem Wahlkampfauftritt in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern), 28. August

Berlin/Heidelberg

Verdacht der Volksverhetzung: Dachorganisation der Sinti und Roma zeigt Tino Chrupalla an

Es geht um eine Äußerung des AfD-Chefs bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern

 02.09.2026

Verteidigung

Deutsche Marine testet erfolgreich israelisches Raketensystem

Nun sollen Pläne für eine Beschaffung der Waffen mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern vorangebracht werden

von Carsten Hoffmann  02.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  02.09.2026

Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an – Trump droht mit noch härteren Schlägen

Das US-Zentralkommando erklärte, Luftabwehrstellungen, Radaranlagen, maritime Einrichtungen, Kommunikationssysteme sowie Anlagen und Fähigkeiten zum Verlegen von Seeminen seien getroffen worden. Der Iran startete derweil Angriffe in Jordanien und Bahrain

 02.09.2026

Marschflugkörper mit Staustrahlantrieb

Russland hilft Iran heimlich bei Entwicklung von Überschallraketen

Experten zufolge würde eine solche Waffe eine Gefahr für Landziele und Schiffe darstellen – darunter auch Flugzeugträger

 02.09.2026