Meinung

Wichtiger Schritt gegen Hass im Netz

Zentralratsgeschäftsführer Daniel Botmann Foto: Marco Limberg

Meinung

Wichtiger Schritt gegen Hass im Netz

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Daher ist das neue Gesetz gegen Hate Speech zu begrüßen

von Daniel Botmann  04.07.2017 13:22 Uhr

Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Ein Titel, der wahrlich nicht dazu animiert, sich mit Begeisterung auf dieses Thema zu stürzen. Dennoch bestimmt es die politische Tagesordnung seit Monaten. Die Debatte schlägt hohe Wellen.

Das Gesetz drohe, unsere Demokratie ins Wanken zu bringen und die staatliche Gerichtsbarkeit auszuhebeln. Es sei eine Gefahr für die Meinungsfreiheit, heißt es aufseiten der Kritiker. Die angeblich zu kurzen Löschfristen beinhalteten die Gefahr des Overblockings. Netzwerkbetreiber würden sich im Zweifel lieber gegen die Meinungsfreiheit und für das Löschen entscheiden.

Während wir dies diskutieren, verbreitet sich antisemitische Hetze im Netz ungehemmt. Juden werden angegriffen, beleidigt, denunziert und virtuell an den Pranger gestellt. Als Israelkritik getarnter Antisemitismus tobt sich in Sozialen Netzwerken ebenso aus wie braune Hetze von Rechtsextremisten oder islamistischer Judenhass.

rechtsweg Es wird zu Gewalt und sogar zu Mord aufgestachelt. Der Einzelne ist dem weitgehend schutzlos ausgeliefert. Der ordentliche Rechtsweg ist für viele zu teuer und zu langwierig. Bis es zum Richterspruch kommt, vergehen meist Monate. In der virtuellen Welt eine Ewigkeit. Der Kampf gegen diese Hetze bleibt also oftmals erfolglos. Betroffene haben meist keine Chance, sich zur Wehr zu setzen. Opfer von Hasskriminalität dürfen nicht alleingelassen werden!

Viel zu lange haben sich die Internetgiganten jeglicher Aufforderung verweigert, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Trotz aller Versuche von Politik und Zivilgesellschaft, Facebook, Twitter und Co. zur Einsicht zu bewegen, blieben die notwendigen Verbesserungen aus. Hate Speech oder Hasskriminalität sind aber keine Kavaliersdelikte.

Für strafbare Hetze und Verleumdung darf in den Sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein wie auf der Straße. Deshalb ist völlig klar: Dieses Gesetz ist ein wichtiger Schritt, dem Hass und der Hetze im Netz endlich wirksam zu begegnen. Das Netz ist kein rechtsfreier Raum! Das gilt für alle, auch für Facebook!

Der Autor ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Washington

Berichte: Iran bricht Kontakt mit US-Seite ab

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums droht US-Präsident Trump dem Iran mit harschen Worten. Laut Berichten zieht Teheran daraus Konsequenzen

 07.04.2026

New York

Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Straße von Hormus

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Meerenge für die Handelsschifffahrt weitgehend blockiert. Eine UN-Resolution zur Entschärfung der Lage ist nun gescheitert

 07.04.2026

Washington

Trump: »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen«

Mit Drohungen hat der US-Präsident bereits in den Tagen vor Ablauf seiner Frist versucht, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Nun legt er noch einmal nach

 07.04.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter gegen »Kufiyas in Buchenwald«

Vor dem Gedenken an die Befreiung des früheren NS-Konzentrationslagers wird über angekündigten propalästinensischen Protest gestritten. Felix Klein solidarisiert sich mit der Gedenkstättenleitung

 07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert