Meinung

Wenn Sangría das Hirn vernebelt

Auch dieses Jahr werden in den Tagen um Ostern wieder etliche Spanier in die Kneipe gehen und »Juden töten«. Sie meinen damit, dass sie eine Sangría trinken. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als sich christliche Männer nach einem österlichen Judenpogrom mit dem Wein-Zitrus-Getränk erfrischten. Man möchte meinen, das sei lange her.

Doch bis heute haben sich in Spanien zahlreiche antisemitische Osterbräuche erhalten. Viele weisen auf die Schuld »der Juden« am Tod Jesu hin und sind im Volk sehr beliebt. Und was macht die Kirche? Sie schweigt.

Mittelalter Dabei wäre es ihre Pflicht, aufzuklären und den bösen Geist des Antisemitismus, den sie einst aus der Flasche ließ, endlich einzufangen. Seit Jahrhunderten ist Spanien ein katholisches Land, der Klerus hat Einfluss auf die Menschen. Eine kirchliche Aufklärungskampagne könnte viel bewirken und Antisemitismus bekämpfen, der selbst in Gegenden, wo seit dem Mittelalter keine Juden mehr leben, virulent ist.

Der Papst täte gut daran, jedem spanischen Dorfpfarrer sein jüngstes Buch eigenhändig um die Ohren zu hauen. In dem vor wenigen Wochen auf den Markt gebrachten zweiten Teil seiner Jesusbiografie betont Benedikt, dass das jüdische Volk für den Tod Jesu nicht verantwortlich sei. Damit die Botschaft überall Gehör findet, braucht es eine klare Stellungnahme des Oberhirten. Am besten vor aller Welt, am Sonntag auf dem Petersplatz. Ein Satz genügt: »Schluss mit den alten Zöpfen!«

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Moskau

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Die Festgehaltenen müssen mehrere Stunden lang ohne Zugang zu Essen, Wasser oder Toiletten warten. Israels Außenminister Sa’ar interveniert

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Budapest

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Der designierte Ministerpräsident Ungarns hatte seinen israelische Kollegen zu einem Besuch eingeladen. Nun erklärt er, was passieren würde, sollte dieser der Einladung folgen

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Nahost

Vance soll zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen

Die Reise nach Islamabad könnte bereits heute erfolgen. Der Zeitpunkt ist brisant, denn die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus

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Jom Hasikaron

So viele Verluste

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von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Berlin

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Washington D.C.

Iran-Krieg: Trump ringt hinter den Kulissen mit Zweifeln und Sorgen

Angst um die Wirtschaft und die Befürchtung, ihn könnte das politische Schicksal von Jimmy Carter ereilen, beeinflussen den Präsidenten

 20.04.2026

London

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 20.04.2026

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Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. US-Präsident Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin. Aber das Teheraner Regime sieht keine »Perspektive für seriöse Verhandlungen«

 20.04.2026