Meinung

Wenn Sangría das Hirn vernebelt

Auch dieses Jahr werden in den Tagen um Ostern wieder etliche Spanier in die Kneipe gehen und »Juden töten«. Sie meinen damit, dass sie eine Sangría trinken. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter, als sich christliche Männer nach einem österlichen Judenpogrom mit dem Wein-Zitrus-Getränk erfrischten. Man möchte meinen, das sei lange her.

Doch bis heute haben sich in Spanien zahlreiche antisemitische Osterbräuche erhalten. Viele weisen auf die Schuld »der Juden« am Tod Jesu hin und sind im Volk sehr beliebt. Und was macht die Kirche? Sie schweigt.

Mittelalter Dabei wäre es ihre Pflicht, aufzuklären und den bösen Geist des Antisemitismus, den sie einst aus der Flasche ließ, endlich einzufangen. Seit Jahrhunderten ist Spanien ein katholisches Land, der Klerus hat Einfluss auf die Menschen. Eine kirchliche Aufklärungskampagne könnte viel bewirken und Antisemitismus bekämpfen, der selbst in Gegenden, wo seit dem Mittelalter keine Juden mehr leben, virulent ist.

Der Papst täte gut daran, jedem spanischen Dorfpfarrer sein jüngstes Buch eigenhändig um die Ohren zu hauen. In dem vor wenigen Wochen auf den Markt gebrachten zweiten Teil seiner Jesusbiografie betont Benedikt, dass das jüdische Volk für den Tod Jesu nicht verantwortlich sei. Damit die Botschaft überall Gehör findet, braucht es eine klare Stellungnahme des Oberhirten. Am besten vor aller Welt, am Sonntag auf dem Petersplatz. Ein Satz genügt: »Schluss mit den alten Zöpfen!«

Beirut

Unruhe im Libanon: Protest gegen Gespräche mit Israel

Die libanesische Regierung hat seit langem Gespräche mit Israel gefordert. Nun soll es bald so weit sein. Anhänger der Terrormiliz Hisbollah gehen dagegen auf die Straße

 11.04.2026

Pakistan

USA und Iran verhandeln in Islamabad

Die Delegationen aus den USA und dem Iran sind mit langen Wunschlisten in die pakistanische Hauptstadt gekommen. Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs versprechen, schwierig zu werden

 11.04.2026

Armin Laschet im Deutschlandfunk

»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«

Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte

von Michael Thaidigsmann  10.04.2026

Washington

Warum jetzt? Melania Trumps rätselhafter Epstein-Auftritt

Melania Trump tritt kaum allein vor die Presse. Doch jetzt spricht sie über ein Thema, das ihr Ehemann so gern umschiffen wollte: den Epstein-Skandal

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 10.04.2026

Kiew

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die Ukraine Drohnenexperten in die Region geschickt. Dort hat Kiew laut Präsident Selenskyj seine Erfahrung in der Abwehr iranischer Drohnen demonstriert

 10.04.2026

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« ist ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026