Meinung

Wenn Grün sich bildet

Johannes Heil Foto: Philipp Rothe

Der 27. März hat Baden-Württemberg und den Rest der Republik bewegt: eine abgewählte Landesregierung, neue Mehrheiten, der erste grüne Ministerpräsident. Die Wechselstimmung hat ihre Ursache auch in den Berliner Kalamitäten: Abgang des Verteidigungsministers aus ganz unmilitärischen Gründen, die Unentschiedenheit gegenüber Libyen. Und dann war da noch eine Wahlhelferin namens Angst. Die Bilder explodierender Reaktorbauten haben selbst bei gestandenen Politikern die Halbwertszeit ihrer Gewissheiten dramatisch gesenkt.

Bahnhof Aber ist Angst allein ein guter Ratgeber? Dass die Grünen von jeher politische Selbstverständlichkeiten infrage gestellt haben, hat sie groß gemacht. Mit diesem Partner wird sogar Kurt Beck seine Moselbrücke tiefer legen müssen, und der Stuttgarter Bahnhof braucht einen neuen Gleisanschluss – Handlungsbedarf allenthalben, erst recht in der Gesellschafts- und Bildungspolitik. Beides zählen die Grünen zu ihrer Kernkompetenz.

Ob die Partei aber selbst bereit ist, überholte Überzeugungen hinter sich zu lassen? Zum Beispiel täte sie gut daran, sich vor Preisgabe der Studiengebühren in der dichten Hochschullandschaft des Südwestens zu informieren. Intelligent eingesetzt nämlich, verschafft dieses Instrument kleinen Hochschulen mit besonderem Auftrag, wie etwa der für Jüdische Studien in Heidelberg, wertvollen inhaltlichen Spielraum. Grün-Rot sollte ihn bewahren, am besten sogar ausbauen.

Der Autor ist Erster Prorektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

Mit seinem Verhalten hat der CDU-Politiker nicht nur der eigenen Partei geschadet, sondern der Demokratie

von Ralf Balke  21.07.2026

Washington D.C.

US-Geheimdienste erwarten keine Kursänderung Teherans nach neuen Angriffen

Die neue Lageeinschätzung wurde der Regierung von Präsident Donald Trump bereits vorgelegt

 21.07.2026

Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

 21.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 21.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026