Berlin

Weidel-Patzer: Sind wirklich fast 1000 Juden Mitglieder der AfD?

Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD Foto: picture alliance/dpa

Alice Weidel war vor gut einer Woche zu Gast in der ARD-Talkshow von Caren Miosga. Die Chefin der zumindest in Teilen rechtsextremistischen Partei kam auf jüdische Mitglieder zu sprechen. »Ein paar hundert« Juden seien Teil der AfD. Die Zahl liege »fast im vierstelligen Bereich«.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Der Verein »Juden in der AfD«, der offiziell nicht der AfD angehört, verzeichnete bei seiner Gründungsversammlung 19 Mitglieder, wie aus einem Bericht der »Berliner Zeitung« hervorgeht.

Lesen Sie auch

Auch Nicht-Juden dürfen dem Verein beitreten. Er hatte laut seinem Vorsitzenden Artur Abramovych, der von dem Blatt zitiert wurde »nie weniger als 20 Mitglieder (...) und nie mehr als 30«. Im Moment sind 22 Vollmitglieder dabei.

Abramovych zufolge gibt es darüber hinaus »zehn bis 20 Juden« in der AfD, die nicht dem Verein angehören. Demnach hätte die AfD also bis zu 44 jüdische Mitglieder.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland warnt davor, bei der in knapp zwei Wochen anstehenden Bundestagswahl die AfD oder das BSW zu wählen. Josef Schuster, der Präsident der jüdischen Dachorganisation, erklärte Ende Januar: »In der AfD und im BSW finden Antisemiten aus dem rechtsextremen Bereich und radikale Israel- und Ukrainefeinde aus dem linken Spektrum ein Zuhause.«

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026

Bayern

Charlotte Knobloch wünscht sich Ilse Aigner als Bundespräsidentin

Die bayerische Landtagspräsidentin »lebt mit den Menschen, nicht über ihnen«, so Knobloch

 06.11.2026

USA

Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg verkünden

Nach der Wahlniederlage seiner Republikaner beschäftigt sich US-Präsident Trump mit der Frage, ob er den Krieg mit dem Iran wiederaufnehmen soll. Die Bemühungen der Vermittler laufen auf Hochtouren

 06.11.2026

Berlin

Emde erschien mit radikaler Anti-Israel-Aktivistin zur Fraktionssitzung

Während die Linke weiter um den Umgang mit der Neuköllner Abgeordneten ringt, provozierte diese erneut

 05.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  05.11.2026