Manama

Wegen des Krieges: Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wackeln

Mitte Februar, kurz vor dem Krieg, fanden in Bahrain Formel 1-Testläufe statt. Foto: picture alliance / MAXPPP

Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen Seite sowie dem Iran auf der anderen könnte Auswirkungen auf den Formel-1-Kalender haben. Medienberichten zufolge stehen die für April geplanten Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien derzeit auf der Kippe.

Das Rennen in Bahrain ist für den Zeitraum vom 10. bis 12. April angesetzt. Eine Woche später soll der Grand Prix von Saudi-Arabien in Dschidda stattfinden. Beide Staaten gehören zu den Ländern am Persischen Golf, die zuletzt Ziel iranischer Raketenangriffe waren. Teheran reagierte damit auf Luftschläge der USA und Israels.

Nach Angaben aus der Region trafen mehrere Geschosse zivile Einrichtungen, Energieanlagen sowie Hotels. Auch US-Militärbasen seien beschossen worden. In Bahrain wurde demnach ein Stützpunkt der US-Marine in der Hauptstadt Manama getroffen. Die Anlage liegt im Stadtteil Juffair, in dem traditionell zahlreiche Mitarbeiter der Formel-1-Teams während des Rennwochenendes untergebracht sind.

Sicherheit und Schutz

Auch in Saudi-Arabien gilt die Lage als sensibel. Die Strecke in Dschidda befindet sich in der Nähe einer Ölraffinerie, die bereits vor einigen Jahren Ziel eines Raketenangriffs durch Huthi-Terroristen aus dem Jemen gewesen war.

Die Rennserie Formel 1 erklärte: »Unsere nächsten drei Rennen finden in Australien, China und Japan statt, nicht im Nahen Osten – und diese Rennen liegen noch einige Wochen entfernt.« Weiter hieß es: »Wie immer beobachten wir eine solche Situation sehr genau und arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Die Sicherheit und der Schutz aller Beteiligten in unserem Sport haben für uns oberste Priorität.«

Lesen Sie auch

Ob die beiden Rennen stattfinden können, muss relativ kurzfristig entschieden werden. Da ein großer Teil der Ausrüstung per Schiff transportiert wird, hat die Formel 1 nach Branchenangaben nur rund zwei Wochen Zeit, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Wegfallende Einnahmen

Sollte der Konflikt bis dahin andauern, gilt eine Durchführung der Veranstaltungen als unwahrscheinlich. Selbst bei einer möglichen Waffenruhe bliebe laut Beobachtern unklar, ob mit Angriffen verbündeter oder unabhängiger Gruppen zu rechnen wäre.

Ein Ausfall hätte auch wirtschaftliche Konsequenzen. Die Veranstaltergebühren, die Bahrain und Saudi-Arabien zahlen, summieren sich Berichten zufolge auf deutlich über 100 Millionen Dollar. Bei einer Absage würden diese Einnahmen wegfallen.

Gleichzeitig wäre es schwierig, Ersatzrennen zu organisieren. Der Kalender der Rennserie gilt bereits als dicht gedrängt. Ohne die beiden Veranstaltungen könnte die Saison daher statt der geplanten 24 nur noch 22 Grands Prix umfassen.

Als mögliche Alternativen wurden zwar Strecken wie Portimão in Portugal, Imola in Italien oder Istanbul genannt. Insider halten dies jedoch für kaum realisierbar, da Vorbereitung, Ticketverkauf und Organisation eines Rennens normalerweise mehrere Monate benötigen. Auch ein zusätzliches Rennen in Japan nach dem Grand Prix von Suzuka Ende März gilt derzeit nicht als praktikable Option. im

Internationaler Strafgerichtshof

»Begünstigung von Kriegsverbrechen«: Israelische NGO zeigt Spaniens Regierungschef Sánchez an

Die Hintergründe

 18.04.2026 Aktualisiert

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Wir Juden sollten uns nicht verstecken. Wir sollten offen, laut und stolz sein - auch und insbesondere auf den jüdischen Staat

von Daniel Neumann  17.04.2026

ZDF-Politbarometer

Auf Bundesebene: AfD erstmals stärkste Kraft

Die rechtsextreme Partei profitiert von der Unzufriedenheit der Bürger mit der Regierung

 17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der ab dem 1. Mai von Deutschland aus arbeitet

 17.04.2026

Berlin

Zentralrat der Juden gegen Widerspruchslösung

In seinem Tätigkeitsbericht für 2025 geht der Zentralrat auch ethische Fragen rund um das Thema Organspende ein

 17.04.2026

Genf

So reagiert die Weltbank auf antisemitische Posts von Francesca Albaneses Ehemann

Massimiliano Cali soll den palästinensischen Terrorismus relativiert und gegen Juden gehetzt haben

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Paris

Bericht: Marine Le Pen trifft Israels Botschafter

Das Gespräch wirft diese Frage auf: Wie geht die Regierung Netanjahu mit rechtsextremistischen Parteien im Ausland um?

 17.04.2026

Yale-Umfrage

Jüngere Wähler in den USA äußern häufiger antisemitische Ansichten

Auch Plattformen wie TikTok spielen eine Rolle. Ihre Nutzer neigen eher zu Judenhass als Konsumenten herkömmlicher Medien

 17.04.2026

Amsterdam

Neue YouTube-Serie folgt den Spuren von Anne Frank

Eine Schauspielerin reist von Frankfurt über Amsterdam bis Bergen-Belsen und bietet Einblicke in das Leben des jüdischen Mädchens, das Millionen Menschen berührt hat

 17.04.2026