Sport

Wegen antisemitischem Israel-Boykott: Iran drohen Sanktionen durch Schachweltverband

Foto: Getty Images / istock

Sport

Wegen antisemitischem Israel-Boykott: Iran drohen Sanktionen durch Schachweltverband

Der Antrag wurde vom früheren Vizeweltmeister Nigel Short initiiert

 07.12.2020 16:03 Uhr

Bei einem weiteren Boykott israelischer Schachspieler drohen dem Iran künftig Sanktionen durch den Weltverband Fide. Mit Drei-Viertel-Mehrheit haben die nationalen Verbände das geschäftsführende Fide-Council am Sonntagabend zu den Maßnahmen ermächtigt.

Der Antrag wurde vom früheren Vizeweltmeister Nigel Short initiiert und von Fide-Präsident Arkadi Dworkowitsch eingebracht. Einen Ausschluss kann aber nur die Generalversammlung beschließen.

Iranische Schachspieler, die Partien gegen Israelis kampflos abgaben, werden vom iranischen Verband gefeiert und öffentlich ausgezeichnet.

Vor der erstmals online durchgeführten Jahrestagung behauptete der iranische Schachverband, in solchen Fällen seien seine Spieler erkrankt gewesen oder hätten aus persönlichem Antrieb gehandelt. Allerdings wurden jene iranischen Schachspieler, die Partien gegen Israelis kampflos abgaben, auf der Website des Verbands gefeiert und öffentlich ausgezeichnet. So wurde etwa Aryan Gholami 2019 von Irans oberstem Führer, Ajatollah Ali Chamenei, empfangen.

Wegen der Boykott-Politik hat der Iran auch sein größtes Talent verloren: Alireza Firouzja, der mit 17 Jahren bereits Platz 18 der Weltrangliste belegt und bei Experten als künftiger Weltmeister gilt, trat im April 2018 in Karlsruhe gegen einen Israeli nicht an. Zwei Monate später zog Firouzja nach Frankreich und tritt nun bei Turnieren unter der Fide-Fahne an.

Zu den Grundsätzen des Mullah-Regimes in Teheran gehört unter anderem der Wunsch nach der Auslöschung des jüdischen Staates und die »Befreiung« Jerusalems. dpa/ja

Pentagon

USA wollen Taktik im Iran-Krieg ändern

Seit vier Tagen attackieren amerikanische Truppen Ziele im Iran, jetzt sollen sie ihre Herangehensweise ändern

 04.03.2026

Nahost

Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

Die Meeresenge zwischen dem Persischem Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Die iranischen Revolutionsgarden scheinen mit ihren Drohungen ernst zu machen

 04.03.2026

Krieg

Historischer Einsatz

US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu halten Wort: Sie lassen die Iraner nicht allein. Nach der Tötung des Despoten Ali Chamenei ist der Weg zur Freiheit geebnet

von Saba Farzan  04.03.2026

Nahost

Freunde auf Abstand: Moskau, Peking und der Iran-Krieg

Russland und China sind Partner Irans. Im Krieg greifen beide jedoch nicht ein. Dahinter stehen geopolitisches Kalkül, wirtschaftliche Interessen - aber auch militärische Gründe

von Jörn Petring, Ulf Mauder  04.03.2026

Brüssel

NATO geht von iranischem Beschuss auf die Türkei aus

Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges fängt das NATO-Mitglied Türkei eine Rakete aus dem Iran ab. Bislang hat sich Ankara neutral verhalten. Die NATO geht nicht von einem Unfall aus

 04.03.2026

Transatlantischer Streit

Zoff um Iran-Krieg: EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien

Trump droht Madrid wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem Handelsstopp. Aus Brüssel kommt Widerspruch

 04.03.2026

Streit um Militärbasen

Spanien wirft Merz mangelnden Beistand nach Trump-Kritik vor

Der US-Präsident kritisiert Spanien scharf, der Bundeskanzler bleibt im Weißen Haus zunächst still. Spaniens Außenminister zeigt sich überrascht – und fordert mehr Zusammenhalt von Deutschland

 04.03.2026

Gespräch

»Wir können damit umgehen«

Brigadegeneral Ilan Biton, ehemaliger Chef der israelischen Luftabwehr, über die iranischen Angriffe, Drohnen der Hisbollah und die Effektivität der israelischen Verteidigung

von Detlef David Kauschke  04.03.2026

Meinung

Knaulkorb für den Zentralrat

In einem »taz«-Kommentar von Susanne Knaul wird der Zentralrat der Juden und sein Präsident Josef Schuster aufgefordert, beim Thema Iran »einfach mal die Klappe« zu halten

von Michael Thaidigsmann  04.03.2026