Meinung

Wartebank statt Werkbank

Ausnahmsweise sollten wir Thilo Sarrazin wirklich dankbar sein. Ohne ihn wären die Verantwortlichen vielleicht immer noch nicht auf die Idee gekommen, dass in unseren »Parallelgesellschaften« menschliche Schätze schlummern. Zum Beispiel die russischsprachigen Juden aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Seit 1990 konnten sie als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland einwandern. Sie kamen als Ärzte, Ingenieure, Krankenschwestern und Lehrer. Und wir haben sie auf die Wartebank abgeschoben. Sie sollten erst einmal Deutsch lernen und Prüfungen nach hiesigen Kriterien ablegen. Anstatt die Neuen in Kliniken, Bau- und Entwicklungsbüros zu setzen, degradierte man sie zu Sozialhilfeempfängern. Doch ganz plötzlich werden in Deutschland Fachkräfte gebraucht. Also soll flugs möglich werden, was bislang angeblich unmöglich war: die beschleunigte Anerkennung im Ausland abgelegter Prüfungen. Doch für viele Zuwanderer kommt dieser längst überfällige Schritt 15 Jahre zu spät. Denn heute helfen die einstigen Ärzte und Ingenieure im Kindergarten oder in der Gemeindebibliothek. Sie mussten ja von etwas leben. Und wurden dabei vergessen. Jetzt werden wir an dieses verschenkte Potenzial erinnert. Schade, dass es dazu eines Thilo Sarrazin bedarf.

Meinung

Die Hybris des Jens Spahn

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Statistik

Opferberatungsstellen: 3.167 Fälle rechter Gewalt im Jahr 2025

Die nichtstaatlichen Opferberatungsstellen verzeichnen nach dem Rekordjahr 2024 den zweithöchsten Wert an rechter Gewalt. Am häufigsten war das Tatmotiv Rassismus. Besonders nahmen Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner zu

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Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

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München

Schmerz und offene Fragen auch zehn Jahre nach OEZ-Anschlag

Am 22. Juli 2016 erschoss ein rechtsextremer 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun junge Menschen. Noch immer sind für die Angehörigen viele Fragen offen

von Susanne Schröder  21.07.2026

Köln

Bewährungsstrafen gegen frühere Mitglieder antisemitischen Goyim-Netzwerks

Es geht um die Beteiligung an einer Verbreitung von Judenhass-Propaganda

 21.07.2026

Höchberg

DIG-Mitglied wegen Israel-Anstecker angegriffen und schwer verletzt

Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

 22.07.2026 Aktualisiert

Beirut

USA: Erste Schritte bei »Pilotzonen« im Südlibanon

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt

 21.07.2026

Washington D.C.

Trump: »Netanjahu wird unter keinen Umständen festgenommen«

Der amerikanische Präsident wendet sich gegen die Aussage des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, der eine Festnahme prüfen lässt

 21.07.2026