Terrorismus

Berlin: Waffenkurier der Hamas wohnte in unmittelbarer Nähe zu mehreren jüdischen Einrichtungen

Ein Waffenkurier stieg in einem Hotel in unmittelbarer Nähe zur Neuen Synagoge in Berlin-Mitte ab Foto: imago images/lausitznews.de

Am 1. Oktober 2025 verkünden Ermittlungsbehörden in Berlin, dass offenbar ein Anschlag der Hamas in Deutschland verhindert wurde. Die Bundesanwaltschaft lässt drei Männer festnehmen.

In den Wochen darauf finden weitere Festnahmen in Dänemark, Österreich und Großbritannien statt. Den Verhafteten wird vorgeworfen, Mitglieder oder Unterstützer der palästinensischen Terrororganisation zu sein und Waffen sowie Munition beschafft zu haben - möglicherweise, um jüdische oder israelische Einrichtungen in Deutschland anzugreifen.

Jetzt sind weitere Details des mutmaßlichen Terrorplots bekanntgeworden. Die Wochenzeitung »Die Zeit« berichtet in ihrer neuen Ausgabe, dass ein Waffenkurier zeitweise in einem Berliner Hotel in der Auguststraße, in unmittelbarer Nähe zu den Büros der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Neuen Synagoge und der Geschäftsstelle des Zentralrats der Juden in Deutschland Quartier, bezogen hatten. Es sei daher möglich, dass diese Einrichtung ausgespäht werden sollten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zudem seien bei der Razzia, die am 1. Oktober in Berlin durchgeführt wurde, ein Sturmgewehr vom Typ AK-47, acht Glock-Pistolen und erhebliche Mengen Munition sichergestellt worden. Die Kalaschnikow befand sich laut »Zeit« in einer Sporttasche auf dem Beifahrersitz eines Škoda Octavia und war in ein Geschirrtuch eingewickelt.

Die Ermittler sind sich sicher, dass die drei Festgenommenen der Hamas zugerechnet werden müssen. Der entscheidende Hinweis auf die Aktivitäten, so die Wochenzeitung, sei im Sommer vom israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gekommen, der davor gewarnt habe, dass Personen mit Verbindungen zu Terrororganisationen in einen Schmuggel von Waffen involviert seien, die für Anschläge auf israelische und jüdische Ziele eingesetzt werden sollten. Offenbar steht hinter der Waffenlieferung ein Netzwerk in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Österreich und Tschechien.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Am 28. Juli, so »Die Zeit« unter Berufung auf die Ermittler, habe sich der Hamas-Funktionär Mohammed al-F. im Berliner Bezirk Neukölln mit einem weiteren Palästinenser, Abed al-G., getroffen, der seit 15 Jahren in Deutschland lebe und als Sicherheitsmann in einem Flüchtlingsheim in Berlin gearbeitet habe. Zuletzt habe er an Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg teilgenommen.

Beziehungen zu hochrangigen Hamas-Funktionären

Bei Mohammed al-F. handelt es übereinstimmenden Berichten von »Zeit« und »Welt« zufolge sich um den Sohn des Hamas-Politbüro-Mitglieds Bassem Naim. Ein Vetter Al-F.s sei bei der Bewachung israelischer Geiseln im Gazastreifen eingesetzt worden. Mohammed al-F. selbst habe zeitweise als Leibwächter des 2024 in Teheran getöteten Hamas-Chefs Ismail Haniyeh gearbeitet. Er wurde vor einigen Wochen in London verhaftet und sitzt dort in Auslieferungshaft. Er wuchs demnach in Deutschland auf, soll aber mittlerweile die britische Staatsangehörigkeit besitzen. Über seinen Fall hatte die »Welt« vor einigen Tagen ausführlich berichtet.

Als Drahtzieher der Aktionen der Gruppe gilt indes Adnan A., 37, ein Palästinenser aus dem schwedischen Malmö, der mit Abed al-G. befreundet ist. Adnan A. stand bereits in der Vergangenheit im Visier der Polizei. Israel bezichtigt ihn, einem Kommandeur der Al-Qassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, zu unterstehen. Adnan A. soll sich mittlerweile in den Libanon abgesetzt haben.

Noch nicht ganz sicher geklärt ist, inwiefern die Verschwörer auf Anweisung der Hamas oder eigenständig gehandelt haben. Die Bundesanwaltschaft bezeichnet die Beschuldigten als »Auslandsoperateure der Hamas«. Unklar ist noch, wie weit die Anschlagspläne fortgeschritten waren. Allerdings gehen die Ermittler von einer »konkreten« Bedrohung aus. mth

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Iran-Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte«

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026 Aktualisiert

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026