Berlin/Ankara

Wadephul setzt auf Wiederannäherung von Türkei und Israel

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bei seiner Ankunft in Ankara Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul will zu einer Wiederannäherung in den Beziehungen zwischen der Türkei und Israel beitragen. »Ich sehe durchaus die deutsche Rolle darin, wieder Verständnis und eine gemeinsame Ebene zwischen Israel und der Türkei herzustellen«, sagte der CDU-Politiker auf dem Flug zu seinem Antrittsbesuch in der Türkei. Zugleich betonte Wadephul seine Forderung, Ankara solle ihre guten Beziehungen zur Hamas nutzen, um Druck auf die Islamisten zur Umsetzung des Gaza-Friedensplans zu machen. 

Das lange Jahre sehr positive Verhältnis zwischen der Türkei und Israel habe sich nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober vor zwei Jahren außerordentlich verschlechtert, sagte Wadephul. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel beispielsweise immer wieder des Völkermordes beschuldigt und die Einstellung des Handels mit dem Land verfügt. Darüber hinaus bezeichnete er die Terroristen der Hamas als »Freiheitskämpfer«.

Wadephul wollte direkt nach der Ankunft zunächst den türkischen Geheimdienstchef Ibrahim Kalin treffen. Am frühen Nachmittag sind Gespräche mit seinem Amtskollegen Hakan Fidan geplant.

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»Ich sehe meine Aufgabe darin, Wege zu suchen, wie man jetzt parallel zur Umsetzung des 20-Punkte-Plans auch einen Ausgleich wieder findet zwischen Israel und der Türkei«, sagte der Bundesaußenminister und fügte hinzu: »Das liegt im Interesse von (...) uns allen, die in der Gesamtregion dazu beitragen wollen, dass Spannungen abgebaut werden.«

Die Türkei habe ihre guten Beziehungen zur Hamas schon bei den Verhandlungen über den Gaza-Friedensplan konstruktiv genutzt, sagte Wadephul. Seine Erwartung sei, »dass die Türkei am Ball bleibt, im Gespräch bleibt mit Hamas, auf Hamas Druck ausübt«.

Eine Entwaffnung der Hamas und die Umsetzung der Vorgabe, dass sie keine politische Rolle im Gazastreifen mehr spielen dürfe, werde schwieriger Prozess sein. »Da wird man sehr viel Geduld brauchen müssen, aber natürlich auch ein Druckpotenzial« – dies könnten Länder wie die Türkei tun. dpa/ja

Ralf Fischer

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