Schönefeld

Wadephul reist zu Gesprächen nach Israel

Außenminister Johann Wadephul (CDU) Foto: picture alliance/dpa

Außenminister Johann Wadephul ist am Dienstag zu politischen Gesprächen nach Israel aufgebrochen. Im Mittelpunkt seines Besuchs stünden die Sicherheitslage im Nahen Osten, die Entwicklung im Gazastreifen, die Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon sowie die Verhandlungen mit dem Iran, hieß es in einer Erklärung des Auswärtigen Amtes. Zudem will der Minister die Zusammenarbeit Deutschlands mit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vertiefen.

Vor seiner Abreise bezeichnete Wadephul Israel als einen engen Freund und Partner Deutschlands. Angesichts wachsender Bedrohungen für den jüdischen Staat und eines weltweit zunehmenden Antisemitismus seien die Beziehungen zwischen beiden Ländern von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig betonte er, dass dauerhafte Sicherheit in der Region nur durch gemeinsame Lösungen aller beteiligten Staaten erreicht werden könne.

»Ich reise zu einem engen Freund und Partner. Der Staat Israel ist von vielen Seiten bedroht, der weltweite Antisemitismus nimmt zu. Wir sind aber auch durch eine gegenseitige Sicherheitspartnerschaft verbunden«, erklärte Wadephul. Ziel seiner Reise sei es, vor dem NATO-Gipfel in Ankara mit seinem israelischen Amtskollegen über Möglichkeiten zu sprechen, die Verständigung und eine langfristige Stabilisierung der Region voranzubringen.

»Hoffnungsvolle Entwicklung«

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche soll die jüngste Einigung zwischen Israel und dem Libanon sein. Wadephul sprach von einer hoffnungsvollen Entwicklung, die das Potenzial habe, einen jahrzehntelangen Konflikt zu beenden. Deutschland wolle beide Staaten auf diesem Weg unterstützen. Voraussetzung seien jedoch ein funktionierendes staatliches Gewaltmonopol im Libanon und verlässliche Sicherheitsgarantien für Israel.

Lesen Sie auch

Auch die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sollen auf der Agenda stehen. Nach Einschätzung des Außenministers ist der bestehende Waffenstillstand noch nicht dauerhaft gesichert. »Es ist an Iran, die Gelegenheit für konstruktive Verhandlungen zu nutzen«, sagte Wadephul.

Mit Blick auf den Gazastreifen warnte der Minister vor einer sich verschärfenden humanitären Lage. Insbesondere der Wassermangel nehme während der Sommermonate bedrohliche Ausmaße an. Er forderte deshalb einen uneingeschränkten Zugang für humanitäre Helfer und Hilfsgüter, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.

»Historische Verantwortung«

Während des Krieges gegen die Hamas hatte Israel für die Einfuhr von mehr als zwei Millionen Tonnen an Hilfsgütern gesorgt. Seit dem Ende der Kämpfe sind es laut der zuständigen Behörde COGAT bereits mehr als 1,6 Millionen Tonen.

Zum Abschluss verwies Wadephul auf die besondere historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels. Diese ergebe sich aus der Schoa und verpflichte Deutschland zugleich dazu, jeder Form von Geschichtsverfälschung oder Relativierung entschieden entgegenzutreten. Sein Besuch solle deshalb auch die Zusammenarbeit mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem stärken und weiter ausbauen. im

Brandenburg

Cyberangriff auf Gedenkstätten

Immer wieder schädigen Ransomware-Attacken Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen. In Brandenburg ist nun die Gedenkstätten-Stiftung betroffen

 11.08.2026

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Gerichtsurteil

Behörde darf Verbeamtung wegen Nähe zu Muslimbruderschaft ablehnen

Die Klägerin arbeitet als Sachbearbeiterin bei der Karlsruher Ausländerbehörde. Das Gericht hat Zweifel an ihrer Verfassungstreue

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Österreich

Zwei Israelinnen in Wien vermisst

Die israelische Botschaft vor Ort bittet die Öffentlichkeit um Hilfe

 11.08.2026 Aktualisiert

Nordhessen

Vier Meter großes Hakenkreuz in Asphalt gebrannt

Die Polizei sucht nun nach den Täter, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Berlin

Neukölln verschärft Regeln: CDU-Politiker will bei Antisemitismus Gelder streichen

Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt will Förderbescheide mit strengeren Vorgaben versehen und bei Verstößen die Finanzierung von Projekten stoppen

 11.08.2026

Washington D.C.

Trump soll Bedrohung durch Iran mit Geheimflug aus der Türkei entgangen sein

Wie schafften es die Bewacher des Präsidenten, ihn unerkannt in eine kleinere Maschine zu bringen und nach London zu fliegen?

 11.08.2026