Türkei

Wadephul fordert diplomatisches Ende des Iran-Kriegs

Außenminister Johann Wadephul bei seinem Besuch in Ankara Foto: picture alliance / Anadolu

Außenminister Johann Wadephul fordert eine gemeinsame politische Kraftanstrengung von Europäern und Golf-Anrainern für ein rasches Ende des Iran-Krieges. Er sei »der Überzeugung, dass eine verlässliche und tragfähige Lösung nur auf diplomatischem Weg erreicht werden kann«, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in der Hauptstadt Ankara. Eine wesentliche Erkenntnis aus seiner Reise in den vergangenen Tagen sei, »dass wir die gemeinsamen Interessen aus der Golfregion, aber auch hier aus der Nachbarschaft bündeln sollten«.

Es sei gut, dass die Raketen in der Türkei wie am Golf weitgehend abgefangen werden könnten, sagte Wadephul. »Aber dass der Iran die Spannungen durch Angriffe auf seine Nachbarn in der Region und insbesondere in der Golfregion immer weiter erhöht, ist brandgefährlich.« 

Auf die Frage, ob sich Deutschland beispielsweise mit einer Bundeswehr-Fregatte an der Initiative der G7-Staaten beteiligen werde, Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus von Kriegsschiffen begleiten zu lassen, ging Wadephul nicht direkt ein. »Jeder weiß, dass die Straße von Hormus eine der wirtschaftlichen Lebensadern dieser Welt ist und dass wir alle daran arbeiten müssen, dass diese recht schnell wieder intakt ist.«

Auch Fidan verurteilte die Attacken Teherans auf die Golfstaaten, bezeichnete aber auch den Angriff von Israel und den USA auf den Iran als ungerecht und rechtswidrig. Die Türkei und Deutschland seien sich einig darüber, dass der Krieg sofort enden müsse, sagte er.

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Wadephul: Gemeinsames Interesse, Fluchtbewegung zu verhindern

Wadephul sagte, angesichts der von der Türkei von 2015 an aufgenommenen syrischen Flüchtlinge sei es richtig und vorausschauend, dass sich Ankara mit der Frage einer neuen Fluchtbewegung wegen des Iran-Krieges beschäftige. Bis heute sehe man zwar keine solche Fluchtbewegung. »Aber wir haben ein gemeinsames Interesse daran, so etwas zu verhindern«.

Europa sei kein unbeteiligt zuschauender Dritter, was den Krieg im Nahen Osten angehe, ergänzte Wadephul. »Wenn es dort zu geopolitischen Umbrüchen, ja gar Zerfall, Bürgerkrieg und Fluchtbewegungen kommt, dann sind wir alle betroffen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir ja schon jetzt.« Nach seinem Gespräch mit dem Außenminister traf Wadephul den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem Meinungsaustausch.

Wadephul war direkt von einer mehrtägigen Krisenreise in den Nahen Osten und die Golfregion nach Ankara gekommen. Der Minister hatte am Montag das EU-Mitglied Zypern besucht, anschließend Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Golf-Emirat Katar. dpa/ja

Kommentar

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