Nahost

Iran und Hisbollah starten koordinierte Angriffe auf Israel – Raketenalarm im ganzen Land

In dem Dorf Haniel in Zentral-Israel begutachten Helfer einen von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete verursachten Krater. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Israel ist in der Nacht erneut Ziel koordinierter Angriffe aus dem Iran und aus dem Libanon geworden. Nach Angaben des Militärs feuerten iranische Streitkräfte ballistische Raketen ab, während die vom Iran unterstützte Hisbollah gleichzeitig Raketen aus dem Libanon startete. In vielen Teilen des Landes heulten die Sirenen, darunter auch im Raum Tel Aviv sowie im Norden und Süden Israels.

Das israelische Militär erklärte, ein Teil der Geschosse sei abgefangen worden. Dennoch schlugen Raketen und Trümmerteile in mehreren Gebieten ein und verursachten Sachschäden. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

Auch ein Wohnhaus im zentralisraelischen Moshav Haniel wurde direkt getroffen. Die Explosion zerstörte weite Teile des Gebäudes. Nach Angaben israelischer Medien blieb jedoch der verstärkte Schutzraum unversehrt. Die Bewohner – eine Frau und ihre Betreuerin – konnten sich während der rund 90 Sekunden dauernden Vorwarnzeit durch die Sirenen dorthin retten und überlebten unverletzt.

Angriff auf israelische Militärbasis

Parallel zu den Angriffen auf Israel intensivierte die israelische Luftwaffe ihre Operationen im Iran. Das Militär teilte mit, Kampfflugzeuge hätten eine neue Welle »umfangreicher« Angriffe auf Ziele des iranischen Regimes in Teheran begonnen.

Zugleich griff Israel nach libanesischen Angaben ein Fahrzeug im Küstenbereich von Beirut an. Das Gesundheitsministerium des Landes erklärte: »Der Angriff des israelischen Feindes führte nach vorläufigen Angaben zu sieben Toten und 21 Verletzten.« Israel äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

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Die Hisbollah erklärte ihrerseits, sie habe eine Militäranlage im Großraum Tel Aviv ins Visier genommen. Nach Angaben der Terrororganisation richtete sich der Raketenbeschuss gegen einen Stützpunkt des israelischen Militärgeheimdienstes.

Iran droht Technologiekonzernen

Unterdessen warnte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter die Führung im Libanon vor einer weiteren Eskalation. »Die libanesische Regierung muss ihr Land unter Kontrolle bringen«, sagte er. »Sonst werden die Hisbollah-Gebiete in Beirut bald aussehen wie Gaza.«

Auch außerhalb Israels weitet sich der Konflikt aus. Iranische Medien nannten neue mögliche Ziele für Angriffe im Rahmen einer sogenannten »Infrastrukturkriegsführung«, darunter Niederlassungen großer US-Technologiekonzerne in Israel und den Golfstaaten. Genannt wurden unter anderem Amazon, Google, Microsoft und Nvidia.

In der Golfregion kam es ebenfalls zu Zwischenfällen. Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurde ein Frachtschiff von einem Projektil getroffen, wobei ein kleiner Brand entstand. Die Besatzung blieb unverletzt.

Großes Feuer

Im Irak wiederum wurde nach einem Angriff auf den Hafen von Basra mindestens ein Mensch getötet. Die Behörden stellten daraufhin den Betrieb sämtlicher Ölterminals des Landes vorübergehend ein. Auch in Bahrain brach nach einem mutmaßlichen iranischen Angriff ein großes Feuer in der Nähe des internationalen Flughafens aus.

Saudi-Arabien meldete zudem den Abschuss mehrerer Drohnen, die sich einem Diplomatenviertel mit ausländischen Botschaften näherten. Kuwait erklärte ebenfalls, seine Luftabwehr habe mehrere unbemannte Flugkörper abgefangen. im

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