Meinung

Vorwärts in die Vergangenheit

Der American Jewish Congress ist zahlungsunfähig, er hat neunzig Prozent seiner 24 Millionen Dollar Stiftungsgelder verloren, weil er sie dem Betrüger Bernie Madoff anvertraut hatte. So endet eine große Geschichte. Denn der American Jewish Congress rief im August 1933 zu einem Boykott deutscher Waren auf. Er rettete 5.000 Juden aus Deutschland, sprach schon vom Holocaust, während er passierte, war zionistisch, als sich das noch gar nicht gehörte, und setzte sich für die Juden in der Sowjetunion ein, ehe es Mode wurde. Dass der American Jewish Congress jetzt darüber nachdenkt, ausgerechnet mit dem American Jewish Committee zu fusionieren, ist eine Ironie der Geschichte. Denn das Committee verkörperte – zumindest anfangs – die elitäre Gegenstrategie: »Scha, a schande far die gojm!« Das American Jewish Committee war still, diplomatisch, manchmal auch ein wenig übervorsichtig; der Congress war laut und deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass etwas von seinem Geist auf die andere Organisation übergehen möge. Vielleicht ist seine große Geschichte hier doch nicht zu Ende. Vielleicht wird sie erfolgreich fortgeschrieben.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Michael Thaidigsmann

Haltlose Rüge aus Straßburg

Der Menschenrechtskommissar des Europarats wirft Deutschland »unangemessene Beschränkungen« propalästinensischer Proteste vor. Überzeugende Belege legt er jedoch nicht vor

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

Nahost

Trump verlängert Waffenruhe: Wie es jetzt weitergehen könnte

Welche Szenarien sind jetzt denkbar?

von Cindy Riechau, Arne Bänsch  22.04.2026

Nahost

Behörde: Iran beschießt Frachter in Straße von Hormus

Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu Angriffen auf Schiffe. Die britische Behörde UKMTO meldet nun gleich zwei Vorfälle

 22.04.2026

New York

Wegen Haltung der Demokraten zu Israel: Alan Dershowitz wird Republikaner

Seine bisherige Partei sei zur »antiisraelischsten Partei in der amerikanischen Geschichte« geworden, schreibt der jüdische Jurist

 22.04.2026

New York/London

IAEA-Chef: Iran-Abkommen ohne Kontrolle wertlos

Rafael Grossi warnt vor der »Illusion eines Abkommens« oder um ein Versprechen, dessen Einhaltung niemand sicher feststellen könne

 22.04.2026

London

Beratungen über Wiederöffnung der Straße von Hormus beginnen

Diskutiert werden sollen auch Einsatzkräfte, Führungsstrukturen sowie die Verlegung von Einheiten in die Region

 22.04.2026

Europäische Union

Keine Mehrheit für Strafmaßnahmen gegen Israel

Vor allem Spanien und Irland hatten vor der Sitzung der Außenminister in Luxemburg Druck gemacht und die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel verlangt. Sie scheiterten erneut

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026