Brüssel

Von der Leyen: Lockerung von Iran-Sanktionen wäre verfrüht

Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, am Montag vor Beginn der zweitägigen Klausur des Vorstands der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in Berlin Foto: picture alliance/dpa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine Lockerung von Sanktionen gegen den Iran abgelehnt, solange sich an den Repressionen der iranischen Führung gegen die eigene Bevölkerung nichts ändert.

»Eine Aufhebung von Sanktionen wäre verfrüht, denn es gibt einen Grund, warum diese Sanktionen gegen den Iran verhängt wurden. Und dieser Grund ist das Verhalten des Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung«, sagte von der Leyen zum Auftakt der Klausurtagung der Unionsfraktion in Berlin, zu der sie als Gast angereist ist.

Die frühere CDU-Verteidigungsministerin verwies darauf, dass alleine in diesem Jahr schon 17.000 junge Menschen von der iranischen Führung getötet worden seien. »Es ist die Unterdrückung der Menschenrechte und insbesondere der Frauenrechte im Iran sowie viele andere Themen, die zu den Sanktionen geführt haben.« Da müsse es zunächst »eine grundlegende Veränderung« geben, bevor die Sanktionen gelockert werden könnten. 

Lesen Sie auch

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte dem Iran in der vergangenen Woche die Lockerung von Sanktionen in Aussicht gestellt, sollte es zu einer »umfassenden Verständigung« über ein Ende von Aggressionen gegen Israel und seine Nachbarstaaten, die Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende des iranischen Atomprogramms kommen. Ein Ende der Repressionen gegen die iranische Bevölkerung hatte er dabei nicht genannt.

Die EU hatte ihre Strafmaßnahmen gegen den Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft. Damals hatte der Iran die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen gegen die Islamische Republik begonnen hatten. dpa

Iran-Krieg

440 Kilo Uran: Zentraler Streitpunkt mit dem Iran

Es dürfte tief unter der Erde in zwei Atomanlagen lagern. Der Verbleib des hoch angereicherten Urans bleibt Hauptkonflikt mit Teheran

 11.05.2026

Brüssel

EU-Sanktionen gegen Israel: Einigung wahrscheinlich

Die Europäische Union dürfte heute weitere Strafmaßnahmen gegen israelische Siedler beschließen

von Michael Thaidigsmann  11.05.2026

Wien

Eurovision-Fans werfen EBU unfairen Umgang mit Israel vor

Der Hintergrund ist diesmal eine Werbekampagne der israelischen Rundfunkanstalt KAN für den Sänger Noam Bettan und dessen Beitrag »Michelle«

 11.05.2026

Berlin

Jüdische Gemeinde übt massive Kritik an Antisemitismus-Papier der Linken

Der Gemeinde-Vorsitzende Gideon Joffe bezeichnet das Konzept der Partei als »feige« und spricht von einem »Feigenblatt«

 11.05.2026

Brandenburg

Rechtsextremistische AfD gewinnt erstmals bei Bürgermeisterwahl

In Zehdenick zieht der AfD-Kandidat René Stadtkewitz mit deutlichem Vorsprung ins Rathaus ein. Für seine Partei ist es der erste Sieg bei einer Bürgermeisterwahl in diesem Bundesland

 11.05.2026

Nahost

Drohnenangriffe in Golfstaaten verschärfen Spannungen mit Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait melden Drohnenattacken, Süd-Korea einen Angriff auf ein ziviles Schiff in der Straße von Hormus

 11.05.2026

Washington D.C.

Trump weist iranisches Angebot zurück

Die Antwort des Teheraner Regimes auf einen Vorschlag der USA sei »völlig inakzeptabel!«, schreibt der amerikanische Präsident

 11.05.2026

Teheran

Iran: Antwort auf US-Vorschlag an Pakistan übermittelt

Zurzeit gilt eine fragile Waffenruhe im Iran-Krieg. Die USA haben einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts gemacht. Die Antwort soll nun vorliegen

 10.05.2026

Naher Osten

Erneut iranische Angriffe auf Golfstaaten

Aus Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar werden Attacken des iranischen Regimes gemeldet. Offiziell gilt eine Waffenruhe in dem Konflikt

 10.05.2026