Washington D.C.

Vom Genfer Eklat zum Militärschlag: Wie Trump entschied, den Iran anzugreifen

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / REUTERS

Der letzte Versuch, einen Krieg mit Teheran abzuwenden, scheiterte nach Darstellung aus Washington am Donnerstag in Genf. Nur 48 Stunden später begannen amerikanische Kampfhandlungen. Präsident Donald Trump ordnete Luftschläge gegen iranische Ziele an, nachdem die Verhandlungen über das Atomprogramm erneut festgefahren waren.

Wie NBC News berichtet, war ein Treffen zwischen Vertretern der US-Regierung und einer iranischen Delegation der Auslöser. Der Fernsehsender zitierte einen hochrangigen US-Beamten, der erklärte, die Amerikaner hätten vom Iran gefordert, für die kommenden zehn Jahre auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Teheran habe dies kategorisch zurückgewiesen.

Außenminister Abbas Araghchi habe erklärt, sein Land habe ein »unveräußerliches Recht« auf Urananreicherung. Darauf habe der US-Unterhändler Steve Witkoff erwidert, die Vereinigten Staaten hätten ein »unveräußerliches Recht«, dies zu verhindern.

Entscheidung am Samstagmorgen

Das Treffen eskalierte demnach verbal. Araghchi habe seinen Gesprächspartner angeschrien, Witkoff soll entgegnet haben: »Wenn Sie es vorziehen, kann ich gehen.« Kurz darauf berichtete die Delegation dem Präsidenten. Trump habe verärgert reagiert. Am Samstagmorgen dann die Entscheidung: Beginn »großer Kampfoperationen« gegen Iran, wie Trump in einer Videobotschaft erklärte.

Warum er sich letztlich für den militärischen Weg entschied, fasste er gegenüber NBC knapp zusammen: »Sie waren nicht bereit, ihre Nuklearforschung zu stoppen. Sie waren nicht bereit zu sagen, dass sie keine Atomwaffe haben werden. Sehr einfach.«

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Dabei hatte Trump seine politische Karriere stets mit dem Versprechen verknüpft, die USA aus endlosen Kriegen herauszuführen. Noch 2019 schrieb er, Amerikas Militär dürfe nicht länger als eine Art Weltpolizei agieren. Gleichzeitig betonte er immer wieder, Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. In seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation warnte er, Teheran werde bald Raketen besitzen, die die Vereinigten Staaten erreichen könnten. Auch die seit Jahrzehnten bekannte Unterstützung regionaler Terrororganisationen durch das Regime ist für Washington und Jerusalem inakzeptabel.

Inflation und Proteste

Den Gesprächen war ein massiver militärischer Aufbau in der Region vorausgegangen. Flugzeugträger, darunter die USS Gerald R. Ford, wurden in Richtung Naher Osten verlegt. Am 19. Februar setzte Trump Teheran eine Frist von zehn bis 15 Tagen und drohte mit »sehr schlimmen Dingen«, sollte es keine Einigung geben.

Parallel versuchte Washington offenbar auch wirtschaftlichen Druck zu erhöhen. Finanzminister Scott Bessent erklärte vor dem Kongress, die USA hätten bewusst eine Dollar-Knappheit in Iran ausgelöst, was Inflation und Proteste verschärft habe.

Dennoch habe Trump gezögert, berichten Regierungsvertreter laut NBC. Er habe Zweifel gehabt, ob ein Angriff ein dauerhaft stabiles Ergebnis bringen könne. Garantien, wie sich Iran nach einem Schlag entwickeln würde, habe ihm niemand geben können.

Entscheidender Moment

Die Operation mit dem Namen »Epic Fury« begann in den frühen Morgenstunden am Samstag. Eingesetzt wurden Tarnkappenbomber vom Typ B-2, Kampfjets und Marschflugkörper. Nach Angaben aus Washington richteten sich die Angriffe gegen Marineeinheiten, Raketenstellungen, Kommandozentralen und Luftabwehrsysteme.

Geheimdienstinformationen zufolge traf der Angriff die iranische Führung in einem entscheidenden Moment. Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei kam bei dem Schlag ums Leben. Trump sagte später, die Operation sei »dem Zeitplan voraus« gewesen, und fügte hinzu: »Wenn wir 48 Anführer treffen, ist das ein großes Ereignis.«

Ob der Tod Khameneis das Regime ins Wanken bringt, ist offen. US-Geheimdienste hatten zuvor gewarnt, dass auch ein Nachfolger aus den Reihen der Hardliner stammen könnte. Der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton äußerte Zweifel, ob kurze, intensive Schläge ausreichen würden, um das System in Teheran zu stürzen.

Gegenschläge und neue Fronten

Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf US-Verbündete in der Region. In Kuwait wurden bei einem Gegenschlag drei amerikanische Soldaten getötet, fünf weitere verletzt. In Israel heulten erneut die Sirenen.

Mehr als 1500 Flüge in den Nahen Osten wurden gestrichen, während sich die militärische Konfrontation ausweitete. Trump zeigte sich öffentlich entschlossen, stellte die Amerikaner aber zugleich auf weitere Opfer ein: »Leider wird es wahrscheinlich mehr geben, bevor es endet. So ist das nun einmal.«

Wie lange der Konflikt dauert, ist unklar. Trump deutete an, der Krieg könne innerhalb weniger Wochen beendet sein. Doch die Erfahrung früherer Interventionen in der Region zeigt, wie schwer berechenbar die Dynamik solcher Auseinandersetzungen ist. im

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