Krieg

Historischer Einsatz

Stand 37 Jahre an der Spitze des Mullah-Regimes: Ali Chamenei, der von Israel getötete »Oberste Führer« Irans Foto: picture alliance / abaca

Krieg

Historischer Einsatz

US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu halten Wort: Sie lassen die Iraner nicht allein. Nach der Tötung des Despoten Ali Chamenei ist der Weg zur Freiheit geebnet

von Saba Farzan  04.03.2026 16:39 Uhr

Es war eine historische militärische Intervention. Ebenso lange wie akribisch vorbereitet. Und nicht nur das: Sie war richtig, überfällig und unausweichlich. Seit den frühen Morgenstunden am Samstag fliegen die USA und Israel umfassende Luftschläge gegen das iranische Regime. Bei Tageslicht, mit Tomahawks und sofort auf die Macht- und Kommandostruktur der iranischen Diktatur zielend.

Wir haben jetzt die Gewissheit, wer genau in der Führungsriege getroffen wurde: vom »Obersten Führer« des Iran Ali Chamenei und Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad über hochrangige Militärs wie Generalstabschef Abdolrahim Mussawi bis hin zu 40 weiteren Kommandeuren gelang es Israel, die wichtigsten Akteure des Mullah-Regimes zu töten. Aber während wir auf diese Verifizierungen gewartet haben, wurde schon am Samstagmorgen die Absicht dieses militärischen Einsatzes gewiss: Kurz vor dem Purimfest sollte das System des gegenwärtigen Haman in Iran gestürzt werden.

Die alte Kulturnation Persien soll wieder zum Leben erweckt werden – in den Köpfen und Herzen der iranischen Zivilbevölkerung war es nie weg und wurde heimlich bewahrt, in Protesten geprägt von unfassbarem Mut trat es immer wieder hervor, und jetzt soll es für alle Welt sichtbar werden. Endlich und endgültig. Amerikaner, Israelis und freiheitsliebende Iraner schreiben hier gemeinsam Geschichte. Datum, Intention und Ergebnisse sind zutiefst bewegend und bahnbrechend. Die jüdische Welt hat gerade Purim gefeiert, ein Fest, das die ewige Bindung zwischen Juden und Persern zeigt. Königin Esther rettete die Juden vor der Auslöschung durch den Despoten Haman. In Kürze feiern die Iraner das Neujahrsfest Nowruz, welches das neue Kalenderjahr einleitet und – viel wichtiger – auf die zoroastrischen Wurzeln des Iran zurückgeht. Für viele Iraner hat es besonderen emotionalen Wert im Widerstand gegen die islamistische Unterdrückung.

Es sind diese emotionalen und historischen Aspekte, die dazu führen, dass Millionen Iraner zwischen Teheran und Isfahan bei der Beobachtung der Luftschläge auch allergrößte Freude empfunden haben. Schulkinder sprangen unbeschwert in die Luft, Erwachsene brachen in Freudentränen aus. Wir Iraner in der Diaspora fühlen all diese bewegenden Momente genauso.

Seit Jahrzehnten terrorisierten Chamenei und die Mullahs Israel.

Obwohl ich nur sechs Jahre alt war, als wir den Iran verlassen mussten, habe ich viele Kindheitserinnerungen an diese Zeit. Eine der lebendigsten ist ein Raketenangriff im Sommer während des Ersten Golfkrieges. Wir waren mit dem Auto aus Teheran herausgefahren und hatten die Nacht mit vielen anderen Menschen im Freien verbracht. So war es sicherer. An Schlaf war eigentlich nicht zu denken. Viele Gespräche und viel Zusammenhalt zwischen den Menschen fanden da statt und auch etwas absurde Normalität, weil beispielsweise junge Menschen mithilfe ihrer Taschenlampen für die Schule lernten.

Warum hat jetzt jemand wie ich, die als kleines Kind einen Krieg erlebt hat, in den vergangenen Wochen inständig auf eine militärische Intervention gehofft? Warum hat jemand wie ich schon vor mehr als anderthalb Jahrzehnten die militärische Ausschaltung der Revolutionsgarde gefordert? Weil diese Kindheitserinnerung wohl besiegelt hat, dass aus mir keine Pazifistin wurde. Weil man Islamofaschismus nicht anders besiegen kann. Weil man ihn besiegen muss. Weil solche menschenverachtenden Regime Menschen als Geiseln nehmen, so wie das von Chamenei im Iran. Weil die Opfer des Massakers vom 8. und 9. Januar nicht umsonst ums Leben gekommen sein dürfen.

Viel ist noch in Bewegung, und viel wird noch passieren, aber was seit den Morgenstunden des 28. Februar schon klar ist: Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben ihre Versprechen gehalten. Sie haben die Iraner nicht alleingelassen. Der seit 37 Jahren herrschende Despot Chamenei ist endgültig Geschichte. Er wurde seiner gerechten Strafe zugeführt und getötet. Weil es nicht mehr anders ging. Das Ziel: ein Stopp des iranischen Atomprogramms, ein Stopp der ballistischen Aufrüstung Teherans – und die Möglichkeit schaffen, dass das iranische Volk endlich in Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung leben kann.

Auch bei der Nachricht vom Tod Chameneis vollführten viele Menschen im Iran Freudensprünge – viele dieser überwältigenden Momente sind innerhalb kurzer Zeit per Videomaterial in den sozialen Netzwerken zu sehen gewesen. Die Islamische Republik ist massiv geschwächt. Die Reaktion des Regimes war es, zahlreiche arabische Länder im Nahen Osten anzugreifen – wie ein taumelnder Riese, der um sich schlägt und dabei seinen vollständigen Untergang nur noch befördert.

Nicht nur handeln hier die USA und Israel zum ersten Mal in der Geschichte gemeinsam, sondern auch die arabischen Staaten am Persischen Golf sind jetzt endgültig fertig mit diesen Unruhestiftern, die den Iran und die Region gefangen halten wollen. Dies sind Fakten in diesem historischen Moment, den wir als Zeitzeugen erleben. Fakten, die den Westen und den Iran hoffentlich in ein neues Zeitalter führen werden. Ein Zeitalter, in dem die iranische Freiheit zurückerobert wird – und nach fast fünf Jahrzehnten Iran, Israel und die USA wieder in Frieden und politischer Partnerschaft leben.

Die Autorin ist freie Publizistin und lebt in Berlin.

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