Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora begrüßt die am Montag ergangene Entscheidung der Stadt Weimar, eine für den 12. April angemeldete Versammlung der Kampagne »Kufiyas in Buchenwald« aus der Gedenkstätte in die Weimarer Innenstadt zu verlegen. Am 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald müssten die historischen Ereignisse sowie die Opfer der NS-Gewaltherrschaft und ihre Angehörigen im Mittelpunkt stehen, erklärte Stiftungsdirektor Jens-Christian Wagner am Montag in Weimar.
Die Gedenkstätte sei ein Ort der Erinnerung und historisch-politischen Bildung, nicht jedoch für aktuelle politische Auseinandersetzungen oder Selbstdarstellungen von Gruppen mit problematischen Positionen.
Die Stiftung betonte zugleich, politischer Protest sei ein wichtiges Element der Demokratie. Für Demonstrationen am 12. April sei jedoch die Weimarer Innenstadt der angemessene Ort. Die Kampagne »Kufiyas in Buchenwald« werde von antizionistischen Akteuren getragen und ziele weniger auf ein angemessenes Erinnern als auf eine Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen.
Tragen von Kufiyas nicht grundsätzlich untersagt
Die Stiftung sehe sich in der Verantwortung gegenüber Überlebenden und Angehörigen. Provokative oder antisemitisch motivierte Aktionen könnten das Sicherheitsgefühl der Anwesenden beeinträchtigen und die Gedenkfeier stören.
Zugleich stellte ein Stiftungssprecher klar, dass das Tragen einer Kufiya nicht grundsätzlich untersagt ist. Maßgeblich seien Kontext, Absicht und die Frage, ob der Ort für politische Zwecke instrumentalisiert werde. Kufiyas sind hierzulande auch als Palästinensertücher bekannt. epd