Meinung

Verlasst Ungarn!

Die Jobbik-Partei hat etwas gegen Minderheiten. Foto: JA

Ungarn hat gewählt, und wie! Noch erschreckender, als dass die konservative Fidesz-Partei um Viktor Orbán 53 Prozent der Stimmen erhalten hat, sind die 17 Prozent für die Jobbik-Partei. Damit ziehen die Rechtsextremen zum ersten Mal ins Parlament ein. Die Demokratie des Landes braucht deshalb den Zusatz »sogenannte«. Mit Jobbik wird eine Partei Mitsprache erhalten, die Minderheiten wie Juden, Sinti und Roma oder auch Homosexuelle nicht nur ausgrenzen will, sondern, so künden es ihre führenden Politiker an, mit ihnen »aufräumen« möchte. In Ungarn hat das »Aufräumen« Tradition. Schon vor der »Wannsee-Konferenz« 1942 wurde bei Juden damit begonnen – Deportation und Mord folgten. Bis heute ist keine dieser Sünden gesellschaftlich aufgearbeitet worden. Und die Wahlen zeigen, dass niemand aus der Geschichte gelernt hat. Junge ungarische Juden sollten deshalb ihre Heimat verlassen. Und auch Israelis, die Geschäfte mit Ungarn machen oder dort ihren Urlaub verbringen, sollten ihre Entscheidung dringend überdenken.

Der Autor war bis 2002 Landesrabbiner von Württemberg.

Doha

Darum ist der Streit um die Straße von Hormus noch immer nicht beigelegt

Jüngste Angriffe zwischen den USA und dem Iran schüren die Sorge vor einem Neubeginn des Kriegs. Beide wollen nach US-Angaben nun wieder reden. Warum es dabei erneut um die Meerenge gehen dürfte

von Lars Nicolaysen  30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Für den frischgebackenen Leiter des ARD-Studios Nairobi ist die »Jüdische Allgemeine« ein Propaganda-Sprachrohr der israelischen Regierung. Eine Entgegnung

von Michael Thaidigsmann  29.06.2026

Streit

Verhandeln die USA und Iran am Dienstag?

US-Präsident Donald Trump behauptet, dass ein Treffen in Doha geplant sei. Doch die iranische Regierung äußert sich nur vage

 29.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 29.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

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Nahost

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Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert