Meinung

Verlasst Ungarn!

Die Jobbik-Partei hat etwas gegen Minderheiten. Foto: JA

Ungarn hat gewählt, und wie! Noch erschreckender, als dass die konservative Fidesz-Partei um Viktor Orbán 53 Prozent der Stimmen erhalten hat, sind die 17 Prozent für die Jobbik-Partei. Damit ziehen die Rechtsextremen zum ersten Mal ins Parlament ein. Die Demokratie des Landes braucht deshalb den Zusatz »sogenannte«. Mit Jobbik wird eine Partei Mitsprache erhalten, die Minderheiten wie Juden, Sinti und Roma oder auch Homosexuelle nicht nur ausgrenzen will, sondern, so künden es ihre führenden Politiker an, mit ihnen »aufräumen« möchte. In Ungarn hat das »Aufräumen« Tradition. Schon vor der »Wannsee-Konferenz« 1942 wurde bei Juden damit begonnen – Deportation und Mord folgten. Bis heute ist keine dieser Sünden gesellschaftlich aufgearbeitet worden. Und die Wahlen zeigen, dass niemand aus der Geschichte gelernt hat. Junge ungarische Juden sollten deshalb ihre Heimat verlassen. Und auch Israelis, die Geschäfte mit Ungarn machen oder dort ihren Urlaub verbringen, sollten ihre Entscheidung dringend überdenken.

Der Autor war bis 2002 Landesrabbiner von Württemberg.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026