Brandenburg

Verfassungsschutz stellt Bericht zur AfD vor

Wilfried Peters, Leiter des Verfassungsschutzes Brandenburg, bei der Vorstellung des Einstufungsvermerks Foto: picture alliance/dpa

Das Verfassungsschutz-Gutachten über die AfD in Brandenburg ist vom Innenministerium veröffentlicht worden. Der Landesverband der Partei wird in dem mehr als 140 Seiten umfassenden Dokument als »erwiesen rechtsextremistisch« eingestuft. Davor wurde die AfD im Bundesland seit 2020 als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet. Innenminister René Wilke (parteilos) betonte bei der Vorstellung des Verfassungsschutzvermerks vom April am Donnerstag in Potsdam, es zeige sich deutlich, dass die AfD auf einem Kurs sei, den demokratischen Staat und seine Institutionen zerstören zu wollen. Aus der AfD kam Kritik.

Wilke sagte, wenn sich die AfD weiter radikalisiere, steuere sie auf ein Verbotsverfahren zu. Die Partei habe die Grenzen des Sagbaren in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Wichtig sei, dass sich Bürgerinnen und Bürger mündig und kritisch mit deren Politik und
Agieren auseinandersetzen. Dies werde zugleich durch eine »Spirale
des zunehmenden Lebens in Onlinewelten«, Vereinfachungen komplexer
Problemlagen und soziale Medien, die Menschen über Algorithmen in
ihren Blasen halten, erschwert. In diesen Mechanismen seien alle
gefangen. Dies müsse durchbrochen werden.

Verfassungsschutzchef Wilfried Peters sagte, der noch unter seinem Vorgänger Jörg Müller verfasste Vermerk sei »sehr sorgfältig«
erstellt worden. Er belege Bestrebungen, elementare Verfassungsgrundsätze zu beseitigen, betonte der promovierte Jurist
und Experte für Verwaltungsrecht.

Brandenburgs AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt sagte, das Gutachten sei nicht stichhaltig. Die AfD wolle es weiter »weghaben«
und gehe dafür vor Gericht, gegebenenfalls auch durch mehrere
Instanzen. Die Zustände in Deutschland seien zunehmend unerträglich.

Verfassungsfeindlichkeit ist prägend für Partei

In dem Gutachten kommt der Verfassungsschutz zu dem Ergebnis, dass
verfassungsfeindliche Äußerungen und Verhaltensweisen den
Gesamtcharakter des AfD-Landesverbandes prägen. Es seien eklatante
Verstöße gegen Schutzgüter der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung wie das Demokratie- und Rechtsstaatsprinzip »in
erheblichem Maß festzustellen«, heißt es dort. Diese hätten »gerade
in der jüngeren Vergangenheit erwiesenermaßen zugenommen«. Kontakte zu rechtsextremen Vorfeldorganisationen seien seit 2020 »gepflegt, aufrechterhalten und sukzessive intensiviert« worden.

Maßgebliche Vertreter des AfD-Landesverbandes zögen die Legitimität rechtsstaatlicher Verfahren und Entscheidungen in einer Weise in Zweifel, die »auf eine generelle Verächtlichmachung des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland« ziele, betont der Verfassungsschutz. In der Migrationsdebatte bediene sich die Partei bewusst »apokalyptischer Schreckensszenarien«, um Ängste zu schüren und gesellschaftliche Spannungen zu verstärken.

Es sei belegt, dass Akteure in szeneinternen Räumlichkeiten über offizielle Positionen des AfD-Bundesvorstandes weit hinausgingen, betont der Verfassungsschutz. Verfassungsfeindliche Aktivitäten und Äußerungen seien in der AfD Brandenburg »fast ausnahmslos unwidersprochen« geblieben. Der Landesvorstand habe sie zudem »zuletzt in erkennbarer Weise selbst gefördert«. epd

New York

Epstein-Akten: Falsche Leiche zur Ablenkung der Medien

Der Tod des jüdischen Straftäters ist Gegenstand etlicher Verschwörungserzählungen. In einem Dokument aus den jüngst veröffentlichten Akten wird der Abtransport der Leiche zur Gerichtsmedizin beschrieben

 11.02.2026

Jerusalem

Klöckner rät Israel von Einführung der Todesstrafe ab

Die Bundestagspräsidentin betont vor Journalisten Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen den Hamas-Terror. Sie spricht aber auch heikle Themen an

 11.02.2026

Kommentar

 »Nie wieder!« ist eine grenzüberschreitende Daueraufgabe

Die Antisemitismus-Konferenz in St. Gallen macht klar: Judenhass macht vor Grenzen nicht halt und muss entsprechend bekämpft werden

von Jonathan Kreutner  11.02.2026

Washington D.C.

US-Regierung erwägt Beschlagnahmung iranischer Öltanker

Das Vorhaben gilt als Teil einer verschärften Sanktionsstrategie, mit der die Vereinigten Staaten Irans wichtigste Einnahmequelle ins Visier nehmen

 11.02.2026

Übersicht

Von Adel bis Politik: Das »Who is Who?« der Epstein-Akten

Der US-Multimillionär und Pädokriminelle Jeffrey Epstein verkehrte in höchsten Kreisen. Die nun veröffentlichten Akten bringen viele in Bedrängnis - dabei hatte nicht jeder direkt mit Epstein zu tun

 11.02.2026

Diplomatie

Felix Klein soll Botschafterposten bekommen

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung wird nach Informationen von »Table.Briefings« im Sommer die Leitung der Vertretung der Bundesrepublik bei der OECD in Paris übernehmen

 11.02.2026

Meinung

Sprachrohr der Hamas, Maulheldin der Vereinten Nationen

Wieder einmal macht Francesca Albanese mit ungeheuerlichen Äußerungen von sich reden. Doch Europas Politiker bleiben seltsam still

von Michael Thaidigsmann  11.02.2026

Nahost

Netanjahu mit Iran-Agenda in Washington – Gaza bleibt Streitpunkt

Der israelische Ministerpräsident will dem US-Präsidenten darlegen, welche Bedingungen aus seiner Sicht für ein Abkommen unverzichtbar sind, um Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten zu gewährleisten.

 11.02.2026

Paris

13-jähriger Jude mit Messer bedroht und beraubt

Die jugendlichen Angreifer beschimpften das Opfer als »schmutziger Jude« und sollen ihm ein Messer an die Kehle gehalten haben

 11.02.2026