Washington D.C.

Vance widerspricht Bericht über Streit mit Netanjahu: »Angenehmes, aber direktes Gespräch«

US-Vizepräsident JD Vance und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Oktober 2025 in Jerusalem Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Vizepräsident JD Vance hat Berichte zurückgewiesen, wonach Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ihn bei ihrem jüngsten Treffen in Washington wegen seiner Kritik an Israel zur Rede gestellt habe. In einem Interview mit Fox News erklärte Vance, die Unterhaltung sei offen, aber freundlich verlaufen.

»Er hat mich nicht zur Rede gestellt. Wir hatten ein gutes und offenes Gespräch«, sagte der Vizepräsident. Damit widersprach er einer Darstellung des US-Portals »Axios«, das den Eindruck erweckt hatte, Netanjahu habe Vance wegen dessen Äußerungen über Israel konfrontiert.

Nach Angaben eines ranghohen israelischen Regierungsvertreters, der Journalisten in Washington informierte, verlief das Treffen »gut« und »ehrlich«. Es fand wenige Tage nach Vances öffentlicher Kritik an der israelischen Regierung statt. Der US-Vizepräsident hatte Jerusalem vorgeworfen, eine Online-Kampagne finanziert zu haben, bei der bezahlte Aktivisten die von ihm geführten amerikanischen Bemühungen um ein Ende des Krieges mit dem Iran kritisiert hätten.

Gemeinsame Ziele

Auch das Weiße Haus beschrieb die Unterredung anschließend in positiven Worten. Ein hochrangiger Regierungsvertreter sprach von einem »freundlichen und produktiven Gespräch über Nahost-Themen, die für beide Länder von Bedeutung sind«. Beide Seiten hätten vereinbart, die Zusammenarbeit in Bereichen gemeinsamer Interessen und gemeinsamer Ziele fortzusetzen.

Lesen Sie auch

Vance betonte im Interview erneut, dass er Israel weiterhin als wichtigen Verbündeten der Vereinigten Staaten betrachte. Zugleich machte er deutlich, dass dies nicht bedeute, dass Washington und Jerusalem in allen Fragen dieselben Interessen verfolgten.

»Die amerikanischen Medien sind von dieser Dynamik fasziniert. Aber die einfache Realität ist, dass es meine Aufgabe ist, die Interessen keines anderen Landes auf der Welt zu verfolgen außer die der Vereinigten Staaten von Amerika«, sagte Vance. Wenn sich die Interessen der USA und Israels deckten, spreche man darüber, wie gemeinsame Ziele erreicht werden könnten.

Unterschiedliche Positionen

Unterschiedliche Positionen gegenüber der israelischen Regierung seien jedoch kein außergewöhnlicher Vorgang. »Wenn mein Standpunkt von dem des israelischen Ministerpräsidenten abweicht, führen wir darüber ein offenes Gespräch. Ich würde es als ein angenehmes, aber direktes Gespräch beschreiben. Ich hatte nicht das Gefühl, zur Rede gestellt worden zu sein«, erklärte der US-Vizepräsident. im

New York

Netanjahu vor der UNO: »Israel hat keinen anderen Weg als zu gewinnen«

Der israelische Ministerpräsident spricht über Iran, Katar, die Türkei. Er konfrontiert Kritiker seines Landes, inklusive Bürgermeister Zohran Mamdani

 25.09.2026

Berlin

Berliner Linken-Chefin: »sehr überrascht« über Kritik

Seit der Berlin-Wahl am Sonntag wird bundesweit heftig über Antisemitismus bei der Linkspartei diskutiert. Sieht die Landesvorsitzende Kerstin Wolter ein strukturelles Problem in ihrer Partei?

 25.09.2026

Nach der Wahl

Berliner SPD will mit Linken und CDU sondieren

Die Sozialdemokraten wollen mit dem Wahlsieger Linke und der CDU über eine mögliche Regierungsbildung sprechen. Parteichef Krach nennt eine »rote Linie«

 25.09.2026

New York

Berichte: Iran legt Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Kriegs vor

Die USA und der Iran verhandeln mit Hilfe von Vermittlern über die Zukunft der Straße von Hormus. Nun will die iranische Seite einen Vorschlag ins Spiel gebracht haben

 25.09.2026

Berlin

Linke entscheidet auf Parteitag über Sondierungen

Die Partei will mit Grünen und SPD über eine mögliche Koalition sprechen. Die jüngsten Antisemitismus-Skandale der Wahlgewinner könnten die Gespräche ausbremsen

 25.09.2026

Dokumentation

»Völkermord: Die größte Lüge des Jahrhunderts«

Die Rede von Israels Premier Benjamin Netanjahus vor der UNO-Vollversammlung im Wortlaut

 25.09.2026

Reaktion

»Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen, wenn Elif Eralp gewählt wird«

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt SPD und Grüne vor Regierung mit Linken

 24.09.2026

Berlin

Özdemir: »An die Linke muss derselbe Maßstab angelegt werden wie an die AfD«

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis90/Die Grünen) hat seine Partei vor einer Regierungskoalition in Berlin mit der Linkspartei gewarnt. Als Grund nannte er antisemitische Tendenzen

 24.09.2026

Debatte

Hamburgs zweite Bürgermeisterin warnt vor Linken in Berlin

Katharina Fegebank (Grüne): »Eine Regierung, die abhängig ist von Antisemiten und Terrorunterstützern darf es in Deutschland niemals geben«

 24.09.2026