Die Vereinigten Staaten verstärken offenbar ihre militärische Präsenz im Nahen Osten deutlich. Einem Bericht der »New York Times« zufolge hat das Pentagon die Entsendung von rund 2000 Soldaten angeordnet, während Präsident Donald Trump parallel militärische und diplomatische Optionen im Umgang mit dem Iran abwägt.
Bei den verlegten Kräften handelt es sich demnach um Einheiten der 82. US-Luftlandedivision, einer besonders schnell einsetzbaren Brigade. Die sogenannte Immediate Response Force kann innerhalb weniger Stunden weltweit operieren. Neben zwei Bataillonen sollen auch Führungspersonal und weitere Unterstützungskräfte Teil des Kontingents sein.
Wo genau die Soldaten stationiert werden, ist bislang unklar. Nach Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium sollen sie jedoch so positioniert werden, dass sie bei Bedarf rasch in den Konflikt eingreifen könnten.
Mögliche Szenarien
In militärischen Kreisen wird dem Bericht nach auch über einen möglichen Einsatz gegen die iranische Insel Charg spekuliert. Das Gebiet gilt als zentrales Drehkreuz für den iranischen Ölexport im Persischen Golf und war bereits Ziel von Angriffen.
Zusätzlich könnten weitere US-Truppen in die Region verlegt werden. Berichten zufolge wird auch die Entsendung von rund 2500 Marines vorbereitet. Diese könnten entweder bei einer Operation gegen die strategische Infrastruktur eingesetzt werden oder dabei helfen, die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Militärexperten verweisen allerdings darauf, dass luftbewegliche Einheiten zwar schnell verfügbar sind, jedoch nur begrenzt über schwere Ausrüstung verfügen, um sich gegen mögliche Gegenangriffe zu behaupten.
Scharfe Reaktion
Die iranische Führung reagierte umgehend auf die Berichte. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte die USA öffentlich vor einem möglichen Bodeneinsatz.
»Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen«, schrieb er. Zugleich fügte er hinzu: »Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe.« im (mit dpa)