Nahost

USA greifen erneut Ziele im Iran an, Teheran meldet Attacken auf US-Stützpunkte

US-Präsident Donald Trump am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus Foto: picture alliance / Aaron Schwartz - Pool via CNP

Die Vereinigten Staaten haben ihre Militärschläge gegen den Iran fortgesetzt. Das US-Zentralkommando CENTCOM teilte mit, amerikanische Streitkräfte hätten weitere Angriffe auf mehrere Ziele im Iran durchgeführt. Nach Angaben des Militärs richteten sich die Einsätze gegen Überwachungs- und Kommunikationssysteme sowie Luftverteidigungsstellungen, die eine Gefahr für US-Truppen und die internationale Schifffahrt dargestellt hätten. Amerikanische Medien berichteten.

CENTCOM erklärte später, die Operationen seien abgeschlossen. Die Angriffe seien auf Anweisung von Präsident Donald Trump erfolgt und stellten eine Reaktion auf die nach amerikanischer Darstellung »ungerechtfertigte und andauernde Aggression« des Iran dar.

Als Reaktion startete Teheran offenbar Angriffe auf amerikanische Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait. Iranische Staatsmedien berichteten, Drohnen hätten Einrichtungen der US-Marineflotte in Bahrain ins Visier genommen. Die Revolutionsgarden erklärten zudem, insgesamt 18 amerikanische Militärziele in beiden Ländern getroffen und zerstört zu haben.

Beide Richtungen

Besonders brisant entwickelte sich die Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Das iranische Militär erklärte, die Meerenge sei für sämtliche Schiffe gesperrt. Jedes Schiff, das die Passage dennoch nutze, werde zum Ziel militärischer Maßnahmen. Kurz darauf meldeten die Revolutionsgarden Angriffe auf zwei Öltanker, die trotz der Ankündigung versucht hätten, die Wasserstraße zu durchqueren.

Die amerikanische Seite widersprach der Darstellung. CENTCOM erklärte, die Schifffahrt durch die Straße von Hormus gehe weiter. Handelsschiffe würden die Meerenge weiterhin in beide Richtungen passieren.

Präsident Trump hatte bereits vor Beginn der neuen Angriffe eine weitere militärische Eskalation angekündigt. Der Iran habe »zu lange gebraucht, um ein Abkommen auszuhandeln, das großartig für ihn gewesen wäre«, schrieb er in den sozialen Medien. Nun müsse das Land »den Preis dafür bezahlen«.

»Heftig getroffen«

Nach Angaben des Senders Fox News erklärte Trump später aus dem Lagezentrum des Weißen Hauses, die Bombardierungen würden »in Kürze enden«. Gleichzeitig sagte er, die USA hätten den Iran »heftig getroffen«. Für den Fall, dass Teheran einem von Washington vorgeschlagenen Abkommen nicht zustimme, werde Amerika »die Scheiße aus ihnen heraus bomben«.

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Trump erklärte zudem, bei den Angriffen seien 49 Tomahawk-Marschflugkörper eingesetzt worden. Einige Ziele hätten sich nur rund 65 Kilometer von Teheran entfernt befunden. Außerdem seien Kampfflugzeuge über iranischem Gebiet im Einsatz gewesen, um Radar- und Luftabwehrsysteme auszuschalten.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigte die Militärschläge als Mittel zur Durchsetzung amerikanischer Interessen. Der Iran habe die Möglichkeit gehabt, ein Abkommen anzunehmen, sagte er. »Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, werden wir mit Bomben verhandeln – und darin sind wir sehr gut. Niemand ist besser auf der Welt«, erklärte Hegseth. Die Angriffe seien darauf ausgelegt, die Voraussetzungen für eine diplomatische Lösung zu schaffen.

Explosionen im Süden des Iran

Iranische Medien berichteten während der Nacht von mehreren Explosionen in verschiedenen Regionen des Landes. Betroffen waren unter anderem Bandar Abbas, Minab, Qeschm und weitere Orte in der Provinz Hormosgan. Viele der gemeldeten Einschläge lagen in der Nähe der Straße von Hormus.

Nach Angaben iranischer Stellen wurden mehrere militärisch genutzte Gebiete von Projektilen getroffen. Die Berichte legen nahe, dass die jüngsten amerikanischen Angriffe vor allem auf Einrichtungen im Süden des Landes konzentriert waren.

Wegen der zunehmenden Spannungen schloss Kuwait vorübergehend seinen Luftraum. Die Behörden leiteten Flugzeuge zu anderen Flughäfen um und bezeichneten die Maßnahme als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz des Luftverkehrs. Das kuwaitische Militär teilte mit, feindliche Luftziele abzufangen. Die Sperrung solle aufgehoben werden, sobald die Sicherheitslage dies zulasse.

Derweil veröffentlichte die US-Botschaft in Jordanien eine Warnung. Nachdem Berichte über Raketen, Drohnen und andere Flugkörper über jordanischem Gebiet eingegangen waren, wurden Menschen aufgefordert, Schutz zu suchen. im

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