Washington D.C.

Trump stellt Netanjahus politische Zukunft infrage

Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / REUTERS

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Trump stellt Netanjahus politische Zukunft infrage

»Er hatte eine erstaunliche Karriere«, sagt der amerikanische Präsident. »Will er weitermachen?«

 10.06.2026 10:52 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat Zweifel daran geäußert, ob Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der kommenden Knesset-Wahl erneut antreten wird. In einem Telefonat mit dem ABC-Korrespondenten Jonathan Karl verwies Trump auf die besondere Rolle Netanjahus während des aktuellen Konflikts. »Er hatte eine erstaunliche Karriere«, sagte Trump. »Will er weitermachen?«

Der US-Präsident zeigte sich zugleich überzeugt, dass der Konflikt bald beendet werde. »Wir werden den Krieg sehr bald gewinnen – auf die eine oder andere Weise«, erklärte Trump. Netanjahu sei eben ein Regierungschef in Kriegszeiten. »Das ist in Ordnung«, fügte er hinzu. »So wie ich ein Präsident in Kriegszeiten bin.«

In den vergangenen Tagen waren mehrfach Berichte über Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Netanjahu im Umgang mit dem Iran aufgetaucht. Gegenüber dem israelischen Sender Kanal 12 schilderte Trump ein Gespräch mit dem israelischen Regierungschef: »Ich habe Bibi gesagt: Du solltest sehr vorsichtig sein mit dem, was du tust, denn schon sehr bald könntest du dem Iran allein gegenüberstehen.«

Trump beansprucht Führungsrolle

Nach Angaben des Fernsehsenders hatte Trump Netanjahu am Sonntag aufgefordert, nach dem jüngsten Raketenangriff auf Israel auf einen Vergeltungsschlag gegen den Iran zu verzichten. Das Gespräch endete dem Bericht zufolge ohne konkrete Einigung. Netanjahu habe Trump seine endgültige Entscheidung nicht mitgeteilt.

Bereits am Wochenende hatte Trump in einem Interview mit der »Financial Times« deutlich gemacht, dass er von Netanjahu die Zustimmung zu einem möglichen Abkommen mit dem Iran erwartet.

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»Er wird keine andere Wahl haben, als ein Abkommen mit dem Iran zu akzeptieren«, sagte Trump. Zugleich betonte er seine eigene Führungsrolle: »Ich treffe die Entscheidungen. Ich treffe alle Entscheidungen. Er trifft die Entscheidungen nicht.«

Sicherheit im Norden

Netanjahu bestätigte am Montagabend, dass er weiterhin in engem Kontakt mit dem US-Präsidenten stehe. Einzelheiten zu den Gesprächen nannte er jedoch nicht. »Ich habe Trump gesagt: Gemeinsam werden wir dem Norden Sicherheit bringen«, erklärte Netanjahu in einer vorab aufgezeichneten Stellungnahme. Damit meinte er den durch die von Teheran unterstützte Hisbollah gefährdeten Norden Israels.

Die Debatte über den Einfluss Washingtons auf israelische Entscheidungen sorgt inzwischen auch innerhalb Israels für Spannungen. Hintergrund ist unter anderem die Absage geplanter Angriffe auf Beirut, die laut Berichten auf Druck Trumps erfolgte.

Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hatte dies scharf kritisiert. »Jetzt ist die Zeit gekommen, unserem Freund, Präsident Trump, ›Nein‹ zu sagen«, erklärte er. Auch der ehemalige Generalstabschef und Vorsitzende der Partei Jashar, Gadi Eisenkot, äußerte Unverständnis. Die amerikanische Forderung sei »eine demütigende Forderung, die offensichtlich unangemessen ist«. Oppositionsführer Jair Lapid warf Netanjahu vor, den Eindruck zu erwecken, Israel verhalte sich wie ein Protektorat der Vereinigten Staaten. im

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